Dienstag, 28. April 2015

[BUCHREZENSION] Wer denkt heute schon an morgen?

Titel: Wer denkt heute schon an morgen?
OT: And for your information
Autor/in: Denise Deegan
Genre: YA Contemporary
Buchreihe: Butterfly #2
Zur Verlagsseite:







Denise Deegan ist eine erfolgreiche irische Schriftstellerin, die bereits mehrere Romane für Erwachsene veröffentlicht hat. Sie arbeitet außerdem als freie Journalistin. Nach Wer braucht schon Liebe? und Wer denkt heute schon an morgen? erscheint mit Wer sucht schon das grpße Glück? ihr drittes Jugendbuch. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Teenageralter in Dublin.





Deutsch
Taschenbuch/ 8,99€
Seiten: 480
Verlag: cbt



Englisch
Taschenbuch/ 11,78€
Seiten: 416
Verlag: Hachette








Gemischte Gefühle zwischen Auf – und Abs...


Kurzbeschreibung

Und plötzlich steht die Liebe vor der Tür

Die 16-jährige Sarah hat es satt: Ihre besten Freundinnen Alex und Rachel erzählen ihr auf einmal nicht mehr alles, ihr Freund Simon hört ihr nie richtig zu und ihr Vater hat ihre Mutter für eine andere verlassen. Für Sarah scheint sich niemand zu interessieren, dafür sind alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Doch dann lernt sie Shane kennen und lieben. Shane, der sie versteht und für sie da ist. Der einen besseren Menschen aus Sarah macht und ihr Leben von Grund auf verändert. Aber Shane ist krank und ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit …
Buchgestaltung
Da mir die englische Buchgestaltung nicht so gut gefällt, bin ich absolut für die Aufmachung von cbt. Allgemein gefallen mir die Cover für diese süßen Sommerromane aus dem Verlag immer richtig gut. Der Titel passt auch sehr gut zu Sarah und ihrer Einstellung: Lebe im Hier und Jetzt. Was allerdings etwas schade ist: Meiner Meinung nach passt dieses Cover nicht ganz so perfekt zum ersten Band dieser Companien Reihe, aber darüber kann man hinweg sehen.
Meinung

Denise Deegan ist wirklich gut darin in ihren Lesern Gefühle zu wecken. Gefühle hatte ich beim Lesen der Geschichte nämlich eine Menge. Ich hab das Buch geliebt, wollte es gegen die Wand knallen und am Ende war ich teilweise richtig platt. Es gibt selten Bücher, die einen so aufwühlen und emotional packen, etwas, dass der Autorin hier definitiv gelungen ist. Im Nachhinein hat mich der ganze Plot aber in meiner Ansicht oder auch meinen eigenen Vorstellungen arg gespalten. Es gab einen Haufen Dinge, die ich mochte, aber besonders gegen Ende war ich auch sehr unzufrieden mit vielen Wenden im Buch, die teilweise auch echt ernste Themen behandeln.

Aber auf Anfang. Sarah hat man schon in Band eins kennengelent und das hier war dann ihre eigene Geschichte. Die Nebenfiguren aus dem ersten Teil sind hier wieder mit von der Partie, wenn sich ihre Auftritte auch in Grenzen halten. Besonders der Beginn des Buches hat mir außerordentlich zugesagt. Sarah stammt aus etwas ärmeren Verhältnissen und dreht daher jeden Cent um. Bei ihren Freundinnen oder auch in der Schule fühlt sie sich daher manchmal wie eine Außenseiterin, die sich nichts leisten kann. Ihr Innenbeleben und all ihre Sorgen und Ängste waren perfekt nachvollziehbar beschrieben. Manchmal hab ich mich dabei ertappt, wie ich ein Tränchen in den Augen hatte, weil ich Sarah zustimme: Das Leben verteilt so vieles ungerecht und es ist nicht fair, dass einige härter arbeiten müssen, als andere.

So lernt man Sarah zunächst etwas egoistisch kennen, was aber nur mehr hervorhebt, wie sie sich im Buch weiterentwickelt. Ist sie in den ersten Kapitel noch eher auf ihr eigenes Wohl aus, so übernimmt sie nach und nach Verantwortung, hört auf zu lügen und findet einen Teil von sich selbst, von dem sie nicht wusste, dass es ihn gibt. Das fand ich richtig schön und diese Wandlung zu verfolgen ging mitten ins Herz. Zumal das alles auch sehr realistisch gemacht war. Sarahs Geschichte ist eng mit den Menschen um sie herum vernetzt und durch das Lesen des Romans ergibt sich auch irgendwie ein großes Gesamtbild, dass sehr interessant gestaltet war. Ein Netz aus Familienproblemen, Träumen, Freundschaften und Liebe. Die Autorin hat an vielen Fäden gezogen und deshalb hat sich eine Menge entwirrt, aber auch wieder verheddert. Aus diesem Grund wird das Buch selten langweilig.

Ich sage „selten“, weil ich bei den über 400 Seiten trotz Konflikten und gutem Spannungsbogen mehr als einmal das Gefühl hatte – Hier dauert alles zu lange. So wiederholen sich Probleme zwischen Sarah und ihren Freundinnen öfter oder im Buch wurde viel Raum von Dialogen eingenommen, die nicht sehr wichtig für die Handlungen waren. Besonders für Leute, die Band eins nicht kennen, ist das sicher etwas verwirrend und unnötig gewesen. Allgemein hat mir aber auch einfach zu manchen Nebensträngen etwas der Bezug gefehlt, weil das hier in erster Linie ja Sarahs Geschichte hätte sein sollen. Dadurch war das Buch nur eine Weile sommerlich und leicht und wurde immer mehr zu einem ganzen Klumpen voller schwerer und erdrückender Gefühle. Neben Krankheit und Verlust spielen hier auch andere Teenager-Themen eine wichtige Rolle und die haben mir nicht immer gefallen. Speziell gegen Ende fand ich die Sache mit Alex echt fürchterlich.

Sarah war eine nette Protagonistin, die aufgrund ihrer Charakterentwicklung immer mehr zu jemandem wurde, den ich gerne mochte und auch verstanden habe. Ich hatte es nicht immer leicht mit ihren Entscheidungen und Ansichten, aber anstatt das negativ zu sehen, fand ich es im Roman richtig interessant. Es ist einfach so viel um Sarah herum passiert, dass ich nicht anders konnte, als ihre Geschichte mitzuverfolgen. Gefesselt hat das allemal.

Gemischte Gefühle – Ich hab es bereits erwähnt. Das Buch hatte viele Aufs – und Abs für mich. Es war regelrecht eine Mischung aus mögen/nicht mögen, aber das gewisse Etwas war da, weshalb ich nicht aufhören wollte zu lesen. Ich glaube, besonders der Love-Interest hatte es mir angetan und die zauberhafte Beziehung zwischen ihm und Sarah. Einfach echt und liebevoll und traurig und herzzereißend.

Das Buch hatte aber auch ein paar witzige Seiten. Zwar nicht mega viele, weshalb ich „Wer denkt heute schon an morgen?“ nicht zu 100% in die Sparte Sommerbuch schieben würde, aber dennoch genug, um dunkle Phasen wieder aufzulockern.



Wer denkt heute schon an morgen? - ist ein Roman voller Überraschungen. Die Autorin hat Unmengen an Themen in ihre Geschichte gepackt, weshalb mir nicht alle Wenden mega gut gefallen haben. Die Figuren und der Schreibstil passen zwar zum typischen Sommerbuch, aber hinter der Story steckt mehr, als erwartet, daher findet man hier Tiefgang und Probleme und wird in mehr als einer Hinsicht unterhalten. Leider gab es ein paar zu lange Atempausen bei den spannenden Teilen, aber dennoch hat mir das Buch gut gefallen. 



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