Samstag, 30. Mai 2015

[BUCHREZENSION] Extraordinary Means


Titel: -
OT: Extraordinary Means
Autor/in: Robyn Schneider
Genre: YA Contemporary
Buchreihe: Einzelband
Englisch-Schwierigkeitsgrad:






Robyn Schneider ist Autorin, Schauspielerin und Videobloggerin. Sie studierte Kreatives Schreiben an der Columbia University und Medizinethik an der Pennsylvania School of Medicine. Sie lebt in Los Angeles - und im Internet.




Deutsch
Noch nicht erschienen.
Genaueres unbekannt!

Englisch
Gebunden/ 8,30€
Taschenbuch/ 13,50€
Seiten: 336
Verlag: Katherine Tegen









LIFE GOES ON. UNTIL IT DOESN`T.


Kurzbeschreibung

John Green's The Fault in Our Stars meets Rainbow Rowell's Eleanor & Parki n this darkly funny novel from the critically acclaimed author of The Beginning of Everything.

Up until his diagnosis, Lane lived a fairly predictable life. But when he finds himself at a tuberculosis sanatorium called Latham House, he discovers an insular world with paradoxical rules, med sensors, and an eccentric yet utterly compelling confidante named Sadie—and life as Lane knows it will never be the same.
Robyn Schneider's Extraordinary Means is a heart-wrenching yet ultimately hopeful story about the miracles of first love and second chances.
Buchgestaltung
Vor dem Lesen: Mhh, was soll das sein? Sieht ganz hübsch aus. Schlicht, nette Farben und der Titel ist super. Nach dem Lesen: OMG, BÄUME...die erinnern mich an DIESE Szene und...wo sind meine Taschentücher? Wieso muss so das Cover aussehen. Und mal ganz allgemein: Das Cover wirkt vielleicht wahllos, aber es passt echt gut zum Buch und dessen Inhalt. Ich mag sowohl Cover, als auch Titel wirklich gerne und hoffe, dass alle von Schneiders Büchern so in Zukunft gut zusammenpassen werden wie Extraordinary Means und The Beginning Of Everything.
Meinung

Es ist so schwer, dass Buch zu bewerten. 4 Sterne - oder doch 5?! Ich habe gelacht, gelitten, geweint und war wütend. So, so wütend am Ende, was allerdings nicht mit der Autorin oder ihrer Art zu tun hat, sondern...dem Leben? Der Ungerechtigkeit dieser Welt? Intoleranten Menschen? Mich hat schon lange kein Buch mehr so zum Nachdenken gebracht. Das ist gut. Das ist schlecht. Ich leide irgendwie xD

Das Buch wurde ja ein klein wenig für Fans von John Green angepriesen und das könnte ich auch so unterzeichnen - Nur, dass mir persönlich dieses Werk hier einfach besser gefallen hat, als alle John Green Bücher, die ich bisher gelesen habe zusammen. Extraordinary Means erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen, die beide an Tuberkulose erkrankt sind und deren Leben dadurch ruiniert wurde. Zum einen haben wir da Lane, der immer alles dafür getan hat, um an sein Traum-College zu kommen und dessen Leben nun sein Ziel verloren hat. Zum anderen gibt es da Sadie, die schon so ewig krank ist, dass sie sich denkt, jeden Tag als Rebellion ein Stück mehr genießen zu müssen. Beide treffen in einer Art Medizin-Center aufeinander, in dem Jugendliche mit Tuberkulose behandelt werden.

Vielleicht eine Info am Rande: Die Autorin hat am Ende des Buches einen langen Brief verfasst, wieso sie sich für dieses Thema und diese Figuren entschieden hat. Darin wird auch erklärt, dass dieses Buch, seine Eigenheiten und auch die Form, in der die Krankheit dargestellt wird zum größten Teil fiktiv ist und nur wahren Dingen zu Grunde liegt. Tuberkulose kann in den meisten Fällen behandelt werden und ist nicht tödlich, aber die Idee hinter der Geschichte hat einen anderen Effekt. Es ist schwer zusammenzufassen, ohne zu spoilern, aber Robyn Schneider sagt es am Ende des Romans selber: Das Buch soll die Grenze zwischen Leben und Tod zeigen, den Weg sich selbst unter schlimmen Umständen zu finden und nicht zu vergessen, dass Freundschaft und Liebe mehr überdauern als Jahre, als ein Leben selbst.

Im Gegensatz zu ihrem Debüt, ist Extraordinary Means aus der Sicht zweier Figuren geschrieben – Lane und Sadie eben. Das Ganze beginnt relativ harmlos und nach und nach wird der Leser an die Situation und die Krankheit gewöhnt, die im Latham Center alle Patienten betrifft. Robyn Schneider hat einfach ein Talent dafür ihren Figuren eine einzigartige Stimme zu geben. Man merkt deutlich den Unterschied zwischen Lane und Sadie. Gedanken, Gefühle, einfach alles hat perfekt zu den Persönlichkeiten der beiden gestimmt. Lane ist eher ruhig und praktisch veranlagt, Sadie hingegen impulsiv und ein echter Freigeist. Natürlich ist von Beginn an klar, dass die beiden sich ineinander verlieben und das die Geschichte unter keinem guten Stern steht. Sadie sagte das sogar selbst mehrmals. In Latham darf man kein Happy End erwarten und vielleicht lag deshalb noch mal mehr Spannung auf allem.

Ich bin wirklich kein Fan von solchen „Krankheits-Büchern“, wo die Protagonisten auf Biegen und Brechen die unsterbliche Liebe finden, weil ihnen die Zeit davon läuft, aber hier war das auch gar nicht so. In der Abgeschiedenheit und Isolation haben Sadie und ihre Freunde ihre eigene, kleine Welt geschaffen und Lane stolpert dort durch einen Zufall hinein. Die Autorin kann einfach wundervoll beschreiben, wie Freundschaften entstehen, wie die Dynamik der Gruppe einem das Gefühl gibt, dass man Teil davon ist – Teil davon werden möchte. Und diese langsame, gefühlvolle Beziehung, die sich zwischen Lane und Sadie entwickelt, hat mich wirklich mitgenommen. Ich mochte die Charaktere auch einfach sehr gerne. Auch die Nebenfiguren sind mir echt schnell ans Herz gewachsen.

Es gab unheimlich viele humorvolle Stellen, aber genauso viele, die zum Nachdenken angeregt haben. Ich sitze immer noch hier und denke über viele Zitate aus dem Roman nach. Zum Beispiel die Sache mit dem Sterben und Leben. Ist das wirklich das gleiche? Läuft der Beginn eines Lebens aufs Sterben zu und sterben wir deshalb nicht alle irgendwie, ohne zu leben? Dabei ist das Buch auch gar nicht hoch philosophisch oder poetisch verfasst, es trägt einfach nur viele ehrliche und wahre Gedanken in sich, die aufgeschrieben so unheimlich viel Sinn gemacht haben.

Obwohl das Buch eine eher ruhige Atmosphäre hat und der Fokus auf der Liebesgeschichte liegt, so musste ich an mehreren Stellen doch den Atem anhalten und versuchen nicht in Tränen auszubrechen. Und dann dieses Ende...ich hab noch immer eine mega Wut im Bauch. Ein Detail hat alles verändert, ein Fehler und die Intoleranz einer Person, das Leben einer anderen verurteilt. Das ist wirkliche keine leichte Lebenslektion, welche die Autorin uns begreiflich macht und sicher auch eine, mit der viele Leser nicht zufrieden sein werden. Aber, wer das Erstlingswerk von Robyn Schneider kennt, der weiß, dass Happy Ends immer relativ sind.



Extraordinary Means ist ein Roman für Contemporary Fans, die gerne etwas abseits der üblichen Fluff-Geschichten wandern. Die Geschichten mit Herz und Humor und Lebensweisheiten mögen. Die Geschichten mit Figuren mögen, die so viele Ecken und Kanten haben, dass sie Bauklötze sein könnten. Einfach Geschichten, die nicht immer nur glücklich und lustig sind, sondern echt, authentisch und einen mit bittersüßen Gedanken und Gefühlen zurücklassen, die zum Nachdenken anregen.



Kommentare:

  1. Huch, das klingt ja gut - werde ich mir gleich mal notieren. Danke für den Tipp liebe Tanja :*
    LG Tina

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    1. Ich mag die Autorin sehr gerne und vielleicht ist sie ja etwas für dich :D Du magst es ja gern dramatisch und traurig *schnief* :D

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  2. Oh, so eine hohe Wertung? Dann kann ich es doch beruhigt auf die Wunschliste setzen! :D

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    1. Auf jeden Fall!!! Robyn Schneider ist eine sehr talentierte Autorin :)

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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