Donnerstag, 18. Juni 2015

[BUCHREZENSION] Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief



Titel: Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief
OT: The League of Beastly Dreadfuls
Autor/in: Holly Grant
Illustrator: Josie Portillo
Übersetzerin: Ursula Höfker
Genre: Kinderbuch, Fantasy
Buchreihe: Anastatsia McCrumpet #1
Zur Verlagsseite:





Holly Grant liebt gruselige und geheimnisvolle Geschichten, seit sie ein Kind war. Wäre Holly ein Känguru, hätte sie immer einen guten Krimi in ihrem Beutel. Wäre sie ein Klammeraffe, dann würde zum obersten Regal hinaufklettern, dorthin, wo in allen Bibliotheken die ganz geheimen Bücher versteckt sind. Wäre sie ein Mensch, dann wäre sie in der Lage gewesen, diese Geschichte selbst zu tippen, statt das gesamte Manuskript Miss Sneed zu diktieren, einer Sekretärin mit einer verdächtigen Monobraue.

Josie Portillo stammt aus Los Angeles, wo sie als freiberufliche Illustratorin arbeitet. Sie liebt Jahrhundertwende- und Vintage-Design, lebt aber zum Glück nicht in einem authentischen viktorianischen Irrenhaus. Wenn sie nicht zeichnet, verbringt sie viel freie Zeit mit ihren zwei Hunden (keine grimmigen Wach-Pudel) und spielt Fußball. Sie behauptet, niemals einer Sekretärin mit einer verdächtigen Monobraue begegnet zu sein.



Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 352
Verlag: cbt


Englisch
Gebunden/ 16,36€
Taschenbuch/ 5,80€
Seiten: 320
Verlag: Yearling





Eine wahrhaft skurrile, humorvolle und abgefahrene Geschichte!



Kurzbeschreibung

Die fast 11-jährige Anastasia hört eigentlich nicht auf Unkenrufe ... Aber als die ungeliebte Schulsekretärin Miss Sneed mit der Mono-Augenbraue sie aus dem Unterricht reißt, spürt sie sofort, dass ein Unheil auf sie lauert. Und richtig: Anastasias Eltern sind einem seltsamen Staubsaugerunfall zum Opfer gefallen und müssen sich an einem weit entfernten Ort davon erholen. Stattdessen stehen zwei unbekannte Großtanten bereit, um Anastasia mitzunehmen. Tante Prim und Tante Prude wohnen in einem uralten verstaubten Heim, in dem Anastasia bald mulmig wird: Schon das Gelände wird von bösen Pudeln mit Metallgebissen bewacht. Nachts heulen Geräusche durch das Haus. Und an den Wänden hängen Bilder von verschwundenen Kindern und von finsteren Damen mit Monobrauen ...
Buchgestaltung
Bei Kinderbüchern ist es irgendwie wichtig, dass man den Stil der Illustrationen mag und das war hier der Fall. Die Illustratorin Josie Portillo hat ein ganz wundervolles Cover gestaltet, das super zum Inhalt passt – Und damit meine ich beide. Egal, ob nun die deutsche oder englische Version, die Cover haben Bezug zu Details aus dem Buch und der Zeichenstil gefällt mir einfach wahnsinnig gut. Auch die Illustrationen im inneren des Buches sind einfach fantastisch und verpassen dem Kinderbuch nochmal eine extra Note Genialität. Was den deutschen Titel betrifft, so finde ich diesen sogar einen Tick besser, als das Original – Einfach, weil er weniger verrät und mehr der Fantasie überlässt.
Meinung

Dass das Buch für Fans von Lemony Snicket sein soll, habe ich erst im Nachhinein gesehen, aber es ist SO SO WAHR! Wenn ihr auf skurrilen Humor, eine ganz und gar abgedrehte Erzählweise und schräge Figuren steht, dann ist dieses Buch genau das richtige für euch – Als Erwachsene. Anastasia McCrumpet ist nämlich wieder eines dieser tollen Bücher, das man entweder allein lese oder eben seinen Kindern vorlesen kann. Ich würde den Roman ab einem Alter von 9-10 Jahren empfehlen.

Zu Beginn wusste ich gar nicht, was mich erwarten würde. Ich hatte mir geschworen, bei dem Buchmenschentreffen in Essen dieses Buch zu kaufen, wenn ich es in der Buchhandlung sehe und hatte trotzdem nicht wirklich Erwartungen. Schon auf den ersten Seiten war aber klar, dass ich das Buch wirklich lieben würde. Der Schreibstil von Holly Grant erscheint auf den ersten Blick etwas speziell. Die benutzt Wörter wie Rache-Kack, gibt finsteren Figuren Eigennamen und macht sich auf eine sehr ulkige und abgedrehte Weise über viele Dinge des Lebens lustig. Das trifft sicher nicht jedermanns Geschmack, aber besonders für Kinder ist das sicher mehr als ein Kichern wert! Ich saß schließlich selber ununterbrochen da und habe gegrinst und an ein paar Stellen konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lachen. Humor ist definitiv eine Stärke der Autorin und kommt in jedem Kapitel gut zur Geltung.

An sich ist die Idee auch einfach total verrückt. Anastasia wird, weil ihre Eltern angeblich einen Unfall hatten, von zwei Tanten abgeholt, die in einer Klapsmühle leben. Eingezäunt von einem Elektrozaun, bewacht von bissigen Pudeln und dazu verdammt Spinnweben wegzuwischen, Motten zu essen und die unheimlichen Geräusche im Gebäude zu ertragen ist Anastasia wirklich in einem Unglück gefangen. Man liest sich eine ganze Weile durch die Handlung, ehe erste Geheimnisse gelüftet werden und auch gegen Ende darf man nicht damit rechnen, dass sich einem alles offenbart. Das war in den Lemony Scnicket Büchern schon immer so ein Punkt, der die Geschichte einerseits wahnsinnig spannend gemacht hat, anderseits aber auch dazu verleitet ein klein wenig genervt von diesem zähem Umstand zu sein.

Unsere Protagonistin ist auch erst elf und ich verstehe, dass sie da sehr eingeschüchtert ist und nicht alle Fragen stellt, die ihr auf der Zunge liegen, dennoch gab es ein paar Stellen im Buch, wo ich mir einfach mehr von allem gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz ist das Abenteuer, das Anastasia erlebt super amüsant. Es wird traurig, es wird gruselig, es wird aufregend und es wird sehr, sehr witzig. Aber nicht nur die vielen Eigenheiten und originellen Ideen der Autorin konnten mich überzeugen, sondern auch die vielen coolen Zeichnungen, mit denen die Illustratorin den Nagel einfach auf den Kopf getroffen hat.

Neben Anastasia waren auch ihre Tanten wirklich eigenartige Figuren, mit einer faszinierenden Persönlichkeit und Anastasias neue Freunde Ollie und Quentin sind mir rasch ans Herz gewachsen. Hier hat jeder einzelne Charakter eben auch wirklich...Charakter. Dabei ist der Schreibstil sehr leicht verständlich und auch die teilweise exzentrischen Wörter werden erklärt, falls man sie nicht kennt. Vom Plot her war das Buch auch gar nicht immer vorhersehbar, selbst für ältere Leser. Es passieren ab der Mitte einfach so viele wundersame Dinge, dass man echt mit allem rechnen kann und trotzdem noch überrascht wird.



Anastasia McCrumpet ist der Auftakt zu einer wundervoll originellen Kinderbuchreihe, die einfach Spaß macht, zum rätseln anregt und etwas für groß und klein ist. Ich habe mich köstlich amüsiert und fand Anastasia wahrhaft entzückend! Hier gibt es keine typischen Helden, dafür aber eine sympathische und clevere Protagonistin und ein skurriles Abenteuer, das man sich nicht entgegen lassen sollte. Von mir bekommt das Buch eine ganz klare Leseempfehlung :)


Kommentare:

  1. Wir haben das Buch auch gelesen, naja, ich habe es gelesen! Meine Tochter (10) wollte sehr schnell nicht mehr mitlesen! Es war ihr zu gruselig, zu komisch, einfach zu doof! Ich fand es auch schrecklich für ein Kinderbuch! Aber so hat jeder seinen eigenen Geschmack! LG

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    1. Ach, dass ist ja schade :/ Ich fand das Buch einfach total erfrischend anders! Aber aufgrund des ungewöhnlichen Stils und Humors kann ich das schon verstehen. Das nächste Buch wird wieder besser :D

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