Samstag, 29. August 2015

[BUCHREZENSION] Wanderer - Hüter der Zeit


Titel: -
OT: Hüter der Zeit
Autor/in: Amelie Murmann
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Wanderer #2
Zur Verlagsseite:






Amelie Murmanns Liebe zu Jugendromanen begann mit einem Jungen, der überlebte, und festigte sich endgültig mit einem Mädchen, das in Flammen stand. Um diese Liebe mit der Welt zu teilen, eröffnete sie 2010 ihren eigenen Buchblog, und begann kurz darauf mit dem Schreiben. Amelie lebt mit ihrer Familie und ihren über vierhundert Büchern in Moers. Wenn sie nicht gerade liest, vorliest, schreibt oder bloggt, studiert sie Lehramt an der Universität Essen. "Wanderer. Sand der Zeit" ist ihr Debütroman.




Deutsch
Ebook/ 3,99€
Seiten: 320
Verlag: Impress


Englisch
Deutsches
Original





Rundum gelungener Abschluss. Spannend. Witzig. Was fürs Herz!

Kurzbeschreibung

Das erste Schuljahr an der »Palaestra Viatorum« beginnt für Emilia alles andere als rosig. Zwar weiß sie mittlerweile, dass es sich bei dem renommierten Internat um keine gewöhnliche Schule handelt, aber ihre neuentdeckten Fähigkeiten als Wanderer geben ihr immer noch so einige Rätsel auf. Nicht genug damit braut sich über den Köpfen der Internatsschüler ein gefährliches Himmelskomplott zusammen. Wieder liegt es an Emilia und Max, die Ziele der griechischen Götter und die Geschicke der Zeit zu entwirren. Dass ihre Beziehung vor wenigen Monaten in die Brüche gegangen ist, macht es für keinen der beiden leichter. Doch am Ende zählt nur eins: den drohenden Krieg der Götter zu verhindern…

Buchgestaltung
Die Aufmachung der Dilogie gefällt mir persönlich sehr gut. Auch beim zweiten Band passt das Cover wieder hervorragend zum Inhalt und so etwas ist bei Fantasybüchern nicht selbstverständlich. Die Farbgebung gefällt mir persönlich auch besser als noch beim ersten Band. Besonders, wenn man die Romane nebeneinander sieht merkt man einfach, die gehören zusammen. Die Schriftart ist richtig cool und ich stehe einfach auf Schnörkel. Der Titel ist auch sehr passend. Die Hüter spielen eine große Rolle und somit ist der Beititel mit Hintergedanken ausgewählt.
Meinung

Nachdem ich letztes Jahr den ersten Band der Bloggerin und Autorin Amelie Murmann gelesen habe, war ich völlig hin und weg. Für mich eines DER Highlights des Jahres. Die Mischung war saugut: Spannung, Romance, Freundschaft, Mythologie und ein Humor, der meinem persönlichem Geschmack zu 100% entspricht. Meine Erwartungen waren demnach überirdisch hoch und irgendwie hat man doch Angst, letzten Endes enttäuscht zu werden. Es gibt zu viele gute Reihen, in denen besonders der zweite Band eher schlecht als recht ist. Ich bin aber einfach froh sagen zu können, dass dieser Abschluss noch mal besser ist als der erste Teil.

Schon zu Beginn ist klar, etwas hat sich verändert. Die Stimmung ist düster, fast tragisch an manchen Stellen und mir wurde beim Lesen doch öfter mal richtig mulmig zu mute, als ich erfahren habe, welche Entwicklungen in der Welt seit dem Ende von Band eins vor sich gegangen sind. Die Fortsetzung schließt nicht ganz nahtlos an den ersten Teil an, aber dennoch kommt man schnell in die Geschichte – nicht nur wegen Murmanns flüssigem Stil. Ich mochte ihre Art zu schreiben schon beim eShort und Wanderer #1 überaus gerne. Im Vergleich zu vielen Jugendbuch Autorinnen ist ihre Sprach lebhaft, facettenreich und nicht immer nur dieselben Formulierungen. So war ich schnell wieder an Emilias Seite, musste aber auch einsehen, dass das hier nicht wie der erste Band verlaufen würde. Grenzen wurden überschritten. Herzen gebrochen. Unglück angerichtet. Dieses Art von – nennen wir es mal Endzeit Atmosphäre – macht das Buch von der ersten Sekunde an spannend, aber auch traurig. Es gab so, sooo viele Szenen in denen ich echt heulen musste. Normalerweise weine ich bei Büchern nicht so oft, aber diese Ungerechtigkeiten teilweise waren schwer zu ertragen. Dabei werfe ich der Autorin nichts vor, die Umsetzung war genial gemacht, aber ich habe echt mit Emilia und den anderen mitgelitten und gelitten und noch etwas mehr gelitten.

Versteht mich nicht falsch, auch der für die Autorin so typische Humor kommt hier nicht zu kurz ;) Es gibt mindestens genauso viele witzige Szene, die alles auflockern, wie es ernste gibt. Besonders Florian und Kit waren große Klasse, aber auch Emila selbst und ihre Einstellungen haben mich zum lachen gebracht. Das Buch ist einfach randvoll von diesen eigenständigen, starken und sarkastischen Figuren, die logisch und klug handeln, aber auch coole, lockeren Sprüche zur richten Zeit auf den Lippen haben. Genau wie bei meinem Lieblingsautor Derek Landy bewundere ich Murmann dafür, dass sie die Balance zwischen Humor und Ernst so gut getroffen hat.

In diesem Teil ist wie immer nicht alles aus dem Blickwinkel von Emilia geschrieben, sondern auch einiger anderer Figuren. Ganz besonderes Highlight für mich war dabei Celia. Celia ist in diesem Band zu einer meiner liebsten Figuren herangewachsen und ich habe sie einfach durchweg geliebt. Vielleicht lag es auch daran, dass sie mir persönlich etwas ähnlicher ist als Emilia selbst, aber ich mochte Celia sogar noch mehr als die eigentliche Protagonistin. Und auch ihre Liebesgeschichte war einfach Zucker für die Seele. Viele meiner favorisierten Stellen in Hüter der Zeit haben mit ihr und Nic zu tun. Dabei wurden Paare wie Florian und Kit oder Emilia und Max aber nicht vergessen. Ich hatte schon Angst, der Roman wäre durch die verschiedenen Konstellationen zu überladen, aber auch hier wurde perfekt die Waagschale gehalten. Niemand kommt zu kurz, es wirkt aber auch nichts überfüllt.

Während es die meiste Zeit echt verdammt heiß her geht – Kämpfe und Action ohne Ende – wird es ab und zu aber auch sehr poetisch, wenn man das so sagen kann. Viele Dialoge sind mir einfach ans Herz gegangen und während ich so da sitze und diese Worte tippe kommt mir fast wieder ein Tränchen, wenn ich an das Ende denke. Welches für mich absolut PERFEKT gewesen ist. Vieles im Buch war das, aber dieses Ende war ein Meilenstein für mich. So oft verflucht man das Schicksal und die Götter und auch die Autorin, aber dann gegen Ende...kann man zufrieden sterben xD Naja, zumindest zufrieden die virtuellen Buchdecken zuklappen. Noch lange nach dem Lesen denke ich an die Charaktere zurück und an ihr Leben...einfach wundervoll!

Im Abschluss von Wanderer findet sich auch mehr Mythologie wieder, als zuvor. Viele der Details und Götter sind bestens recherchiert haben aber auch einen originellen Touch. Zu Ende gibt es dann noch ein Nachwort, das erklärt, wie die wahren Begebenheiten waren. Dieser Aspekt gefiel mir sehr. Die Einmischung und Motive der jeweiligen Götter waren verständlich und sorgten oft noch einmal für kleine Höhepunkte im Buch. Über die Wanderer erfährt man dazu auch noch mal neue Informationen. Das ganze System im Roman fand ich echt cool! Ich glaube, ich würde auch gerne ein Wanderer sein und durch Bilder springen :D



Die Figuren bleiben sich in dieser Dilogie immer treu, sind bestens ausgearbeitet, haben Herz und Verstand. Die Liebesgeschichten berühren das Herz, verzichten auf Kitsch und gehen manchmal auch durch alle Zeiten. Es wird spannend, es wird tragisch, es wird lustig, es wird hoffnungsvoll – Macht euch auf ALLES gefasst. Für mich ein rundum perfektes Buch, das einem viel mit den auf den Weg gibt. Mehr Jugendbücher sollten so sein wie Wanderer. Spannend, actionreich und mit dem gewissen Extra, dass sich in sämtlichen Elementen der Dilogie wiederfindet.

Absolut empfehlenswert für alle Fantasyfans! :)



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