Sonntag, 13. September 2015

[BUCHREZENSION] Sommernachtswende


Titel: -
OT: Sommernachtswende
Autor/in: Christelle Zaurrini
Genre: New Adult, Contemporary
Buchreihe: Einzelband
Zur Seite der Autorin:






Christelle Zaurrini wurde 1992 in Luxemburg geboren und lebt heute mit Freund und Kater in der schönen Eifel. Die Liebe zum Geschriebenen beschränkte sich zunächst auf die Bücher vom Meister des Grauens, festigte sich aber, als eine ganz bestimmte Dystopie sich an ihr Herz klammerte und nicht mehr locker ließ. Es wurde zu einer Leidenschaft, die sich später auch im Selbstgeschriebenen widerspiegelte. Mit ihrem Blog und kurzen Gedichten hat das Schreiben begonnen, um mit ihrem Debütroman »Sommernachtswende« erst richtig zu starten.




Deutsch
Ebook/ 2,99€
Taschenbuch/ 10,99€
Seiten: 324
Verlag: BOD


Englisch
Deutsches
Original




Interessantes Debüt mit Aufs – und Abs voller gemischter Gefühle!


Kurzbeschreibung

Glück findet man nur dort, wo das Herz ist. Fünf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter findet sich Emma zum ersten Mal wieder in ihrem Heimatdorf ein und stellt sich ihrer Vergangenheit. Alten Feindschaften, ihrer vernachlässigten besten Freundin und dem ganzen Schmerz. Dann taucht Dylan auf, selber gezeichnet vom Schicksal, und beginnt Emmas sorgsam errichteten Mauern einzureißen.
Buchgestaltung
Ich finde das Cover wirklich sehr hübsch anzusehen und handwerklich ist es auch echt gut gemacht. Das Motiv passt auch ganz gut zum Buch, aber mir persönlich ist Emma etwas zu erwachsen und auch die Stimmung, die das Bild einfängt kam bei mir nicht vollends so an, wie ich sie auf dem Cover empfinde. Dennoch ist die Gestaltung besonders für ein Self-Publisher Buch – echt gelungen. Der Titel ist eine Nummer für sich. Ich finde ihn einfach traumhaft und er hat eine tolle Klangfarbe.
Meinung

New Adult Bücher haben es bei mir nicht leicht, dass habe ich immer und immer wieder bemerkt und obwohl ich Sommernachtswende eher als Mischung zwischen YA und NA sehe, so habe ich auch hier wieder ein paar der typischen Elemente entdeckt, die mir einfach nicht gefallen haben. Das ist aber rein persönliches Empfinden und hat nichts mit der Qualität des Buches zu tun. Ob nun Romane bekannter Autoren oder eben Debüts, ich merke doch, dass dieses Genre nichts für mich ist und das wollte ich vorab einfach mal gesagt haben. Christelle Zaurrini ist mir vor allem durch ihren Youtube Kanal bekannt, den ich schon lange verfolge. Ihre Videos sind immer so wunderbar quirlig, positiv und einfach sympathisch anzusehen. Als klar war, dass sie ein Buch schreibt/geschrieben hat, musste ich es natürlich lesen. Und ich glaube, dass ist auch mit einer der Gründe, warum ich mir gewünscht hätte, dass mir das Genre etwas mehr zusagen würde. Denn so lieb und abenteuerlich Christelle als Mensch ist, so anders ist ihre Protagonistin Emma.

Emma ist eher ein ruhiger Mensch, sie denkt sich ihren Teil, anstatt den Mund aufzumachen und so rutscht sie besonders zu Beginn des Romans in viele Szenen hinein, in denen ich sie gerne einmal an der Hand genommen und ihr geholfen hätte. Zwar ist sie nicht auf den Mund gefallen, aber sie lässt doch mehr über sich ergehen, als ihr guter Charakter verdient hätte. Emma hatte es nicht leicht, denn nach dem Tod ihrer Mutter zieht sie zusammen mit ihrem Vater weg – in ein neues Leben. Der Roman setzt fünf Jahre nach diesen Ereignissen an und beschreibt Emmas Rückkehr an den Ort, an dem so viele ihrer Erinnerungen und Gefühle hängen. Grund dafür ist ein Klassentreffen und das Wiedersehen mit ihrer besten Freundin. Der Einstieg in das Buch gelingt sehr flott, war schön zu lesen und hat viel Vorfreude in mir geweckt. Ich wusste eine Weile echt nicht, was ich von Emmas bester Freundin halten sollte, denn leider wurde sie mir nach und nach durch viele ihrer Aktionen etwas unsympathisch. Gleich am Anfang lässt sie so Emma für ihren doofen Freund stehen – etwas, das mir in ähnlicher Form mal selber passiert ist und daher nur Unverständnis hervorgerufen hat. Emma selbst bleibt die meiste Zeit verständnisvoll und ihrem Charakter treu, aber ab und zu hätte es ihr echt gut getan, wenn sie einfach mal alles raus gelassen hätte und GESAGT, was sie so denkt.

Emma an sich war nämlich eine tolle Protagonistin. Vom Fleck weg hat sie sich mit ihrem Humor und ihrer etwas verpeilten Art in mein Leserherz geschlichen. Ich konnte mit ihr mitfiebern und leiden und wünschte ihr das große Glück. Vielleicht lag es einfach daran, dass die Worte aus mir selbst immer herausplatzen, wenn ich etwas als ungerecht empfinde, aber das Emma mehr denkt, als sagt war wirklich so ein Kritikpunkt an Emmas Persönlichkeit, der mich immer mal wieder gestört hat. Ihr Gegenpart Dylan hatte da schon andere Gründe, warum er eher im stillen seinen Kampf austrägt. Dylan mochte ich auch ein Stückchen mehr als Emma. Zuerst dachte ich, hier käme der 0815 Kerl mit einem Haufen Problemen vorbei, aber mit der Zeit hat die Autorin viel Einblick in sein Leben gewährt und es wurde verständlich, wieso er ist, wie er nun einmal ist. Dabei ist sein „Geheimnis“ zwar irgendwie tragisch, aber nicht von der Sorte dunkel und vernichtend und das hat mir gefallen. Der Schwerpunkt lag viel auf dem Thema Familie und die Wertschätzung der Menschen, die einem etwas bedeuten – toll!

Ab der Mitte plätscherte das Buch dann doch eine Weile vor sich her und ich hätte mir etwas mehr Pepp gewünscht, denn Situationen spannend oder witzig zu gestalten hat die Autorin wirklich drauf. Besonders die ganze Phase, in der Emma und Dylan „Familie spielen“ war für mich ein etwas zweischneidiges Schwert. Zum einen fand ich es schön, wie die beiden ihre Beziehung erweitert haben und sich dem Sog des jeweils anderen nicht entziehen konnten. Zum anderen war mir das alles auch etwas zu unrealistisch. Alles war so ruhig und einfach und dieses ganze Familien Konstellation hat so gut geklappt, wie beim Mutter-Vater-Kind-spielen, das fand ich ein bisschen unglaubwürdig. Genau wie Emmas Entscheidung zurückzugehen und im Grunde alles wegen der großen Liebe umzukrempeln. Ich bin wohl einfach zu unromantisch oder so xD Wenn man aber genau solche schön ausgelegten Dinge an solchen Romanen mag, wird man sicher das genaue Gegenteil denken.

Die Liebesgeschichte an sich konnte bei mir wohl am meisten Pluspunkte sammeln. In den ersten Kapiteln war alles noch etwas unbeholfen und holprig, ging wirklich sehr schnell, aber erst mal in der Geschichte hat Christelle Zaurrini sich sehr bemüht die Persönlichkeiten der Figuren hervorzuheben und das ist ihr auch gelungen. Mit jedem Kapitel – das Buch ist aus wechselnder Sicht geschrieben – gewinnt das Konzept mehr Halt und es wird ersichtlich, welche Richtung die Autorin anpeilen wollte. Vorhersehbarkeit ist ja immer so eine Sache, aber die Autorin hat viele Klischee doch gut umschifft. Am Ende gab es einige Szenen, in denen ich dachte „bitte nicht!“ und zum Glück – Hut ab – kam es dann doch anders herum.

Was diese ganze New-Adult-Sachen anging...uff...wie gesagt, ich bin da einfach nicht der Typ Leser für, der dieses dramatische „von sich stoßen“ und fehlgeschlagene Kommunikation super mega toll findet und es hält sich auch in Grenzen, allerdings blieb ich am Ende des Romans doch etwas zwiegespalten zurück. Das große Finale wurde mir auch ein wenig zu zügig abgehandelt, wenn das Buch auch wirklich zufriedenstellend endet, das muss man der Autorin echt lassen.




Sommernachtswende ist ein guter Debütroman, der Fans des Genres sicher mehr packen wird als mich. Schreibstil, Figuren, Idee – eigentlich passt alles gut zusammen und wird sicher besonders Leserinnen, die eine sanft Atmosphäre, eine Prise Dramatik und Familie im Fokus mögen, sehr begeistern können. Ich selbst wurde auch wirklich gut unterhalten und hatte meinen Spaß, für mich war das Buch aber auch eine Fahrt voller Aufs – und Ab und gemischter Gefühle und genau deshalb werte ich Emma und Dylans Geschichte mit der goldenen Mitte. 


1 Kommentar:

  1. Ich bin aich kein Fan von fehlgeschlagener Kommunikation, wie du das so schön ausdrückst. Nervig. Aber das ist ja zu 99% bei dem Genre. Ich probiere es auch immer mal wieder aus, wie gerade bei The wild Ones von M. Leighton, aber ich merke immer wieder, dass es mich nicht packen und überzeugen kann :P

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