Freitag, 9. Oktober 2015

[BUCHREZENSION] Another Day In Paradise

Titel: -
OT: Another Day In Paradise
Autor/in: Laura Newman
Genre: All Age, YA, Post-Apocalptic, Survival
Buchreihe: ADIP #1
Interessante Seiten der Autorin:





Laura Newman wurde 1983 in Berlin geboren und schrieb bereits als Kind gerne bunte, spannende und fantasievolle Geschichten. Im Laufe ihres Lebens beschäftigte sie sich mit Videoschnitt, Fotografie Mode- und Grafikdesign bis sie schließlich den Beruf des Mediengestalters erlernte und diese Tätigkeit etwa 10 Jahre lang ausübte.  2013 ließ sie ihre Leidenschaft zum Schreiben erneut aufleben und veröffentlichte ihren ersten Roman.





Deutsch
Ebook/ 1,99€
Gebunden/ 20,49€
Taschenbuch/ 11,99€
Seiten: 369
Verlag: BOD


Englisch
Deutsches
Original





Action, Spannung und rasante Wenden – genau, was man erwartet!


Kurzbeschreibung

"Hier im Raum befinden sich Typen, die ihre Freunde köpfen und Deadheads mit Brecheisen erledigen, aber niemand sieht sich in der Verantwortung, mir diese tollwütige Lehrerin vom Hals zu schaffen?"

Die Welt, wie Naya sie kannte, existiert nicht mehr. Eine furchterregende Seuche hat sich innerhalb der Bevölkerung ausgebreitet und verwandelt ihre Opfer zu einer seelenlosen Gefahr – zu Deadheads. Einzig die Hoffnung darauf, an der Küste auf das Militär zu treffen, treibt die kleine Gruppe an, weiterzumachen. Doch die Reise in den Süden ist riskant. Und dann ist da auch noch dieser Typ, der eines Nachts ganz plötzlich auftaucht.
Buchgestaltung
Mich hat das Cover sofort angesprochen und ich finde es richtig toll. Es passt perfekt zum Buch und weckt genau die richtigen Eindrücke. Der Titel ist echt genial gewählt und findet sich schon direkt im ersten Kapitel, samt Erklärung dazu wieder. Das die Autorin ihn auf englisch gewählt hat, war ebenfalls eine gute Idee – als Buchtitel klingt das ganze so noch mal etwas cooler finde ich. Die Ironie dahinter hat mir schon zu Beginn des Buches echt Gänsehaut beschert. Die Innen-Aufmachung besticht durch tolle Schrift und Blutkleckse vor den Kapitel – sehr apokalyptisch eben.
Meinung

Von Laura Newman habe ich schon viel gehört und viel gelesen, bisher aber noch keines ihrer Werke gelesen. Coherent zog bei mir vor einer Weile schon als Taschenbuch ein, aber irgendwie war es dann doch ADIP, was mich zuerst gepackt hat, denn kaum war die Leseprobe angefangen, musste ich das Buch sofort kaufen und hab es auch in fast einem Rutsch verschlungen. Ich hatte schon ziemlich hohe Erwartungen – an den Stil, die Handlung, die Figuren, weil die Autorin in ihren Youtube Videos und auf ihren Social Media Seiten immer den Eindruck erweckt, als habe sie es echt drauf – den Beweis liefert die Story rund um Naya und ihre Gruppe Freunde, die jeden Tag ums Überleben kämpfen.

ADIP besticht im ersten Kapitel besonders durch die stark eingesetzten Stilmittel. Der erste und letzte Satz des Kapitels „ein neuer Tag im Paradies“ saugen einen förmlich in die Geschichte hinein. Zunächst erfährt der Leser alles, was Naya weiß: eine Krankheit hat die Menschen alle durchdrehen lassen, jegliche Aussicht auf Hilfe scheint niemals zu kommen und jeden Morgen stehen Naya und ihre Freunden mit jeder Menge Angst und nur einem Gedanken auf: heute überleben. Und genau das, was der Klappentext einem verspricht bekommt man auch vorgesetzt. Eine spannende, blutige und gut durchdachte Story voller Zombies bzw. Deadheads, Horror, Überraschungen und einer Suche nach so einigen Antworten.

Dabei ist das Konzept nun wirklich simpel: eine tödliche Krankheit, die Apokalypse, der blanke Kampf ums Überleben. Eigentlich müsste man meinen, nach etlichen Filmen und Buchreihen sei das Thema ausgelutscht, aber die Autorin hat es geschafft eine interessante Geschichte zu kreieren, die nichts für schwache Gemüter ist. Das ganze Verhalten der Figuren, Nayas Gedanken und auch die Einfälle und die Organisation der Gruppe fand ich sehr gelungen. Hier hat man Figuren vor Augen, die wirklich eine Persönlichkeit besitzen, ohne Klischees zu entsprechen und dann auch noch zu 100% nachvollziehbar handeln. Das war auch mit eine der besten Sachen am Buch. Man denkt in vielen Situationen immer „bitte nicht...“, aber Laura Newman hat ihren Figuren zum Glück ein Hirn geschenkt. So waren Nayas Gefühle immer ein Hin und Her zwischen dem, was sie wollte, kannte und von dem sie wusste, dass es nicht ins Gewicht fällt – angesichts der prekären Lage. Sie war einfach total sympathisch und dabei so normal, dass man sich als Leser gut vorstellen kann, an ihrer Stelle in der Klemme zu sitzen. Es wurde unglaublich eindringlich und atmosphärisch beschrieben, wie es ist, sich mit krassen Dingen wie Mord, Verlust, Traumata, Angst und Hoffnungslosigkeit auseinandersetzen zu müssen.

Die Gruppe hat bei dem Ziel, was sie erreichen möchte auch kein leichtes Los gezogen. Wer glaubt, wichtige Figuren blieben vor den Deadheads sicher, der irrt sich gewaltig. Die Viecher tauchen ständig und überall auf, es folgen harte Kämpfe und schlimme Verlust. Mir lief es echt eiskalt den Rücken runter, wenn die Zombies irgendwo aus ihren Löchern kamen und auf unsere Protagonisten los gegangen sind. Dank des flüssigen und facettenreichen Schreibstil war ich immer mitten im Geschehen und einige Stellen war wirklich so heftig, dass mir die Luft weg blieb. Aber der Grund, zu einem solchen Buch zu greifen ist ja schließlich, dass man den Nervenkitzel und die Gänsehaut sucht, oder? Und das ist hier bestens gelungen. Jede einzelne Sekunde bibbert und betet man mit und man will einfach, das die Helden überleben, man will, dass sie es wirklich schaffen...

Neben Naya gab es noch einige andere wichtige Figuren, denen allen eine Rolle zuteil wurde, die Laura Newman gut in Szene gesetzt hat. Zwischen ersten Begegnungen, Gesprächen und Gefühlen war einfach immer Platz für das zwischenmenschliche. Die Mischung aus Action pur und dem Miteinander hat mit sehr gut gefallen. Man hatte das Gefühl alle Figuren nacheinander kennen zu lernen und so war auch der Verlust einiger Charaktere – besonders gegen Ende – wirklich, wirklich schlimm!

Und obwohl es ADIP nicht an blutigen Actionszenen mangelt, so werden hier auch viele Fragen gestellt. Fragen nach der Krankheit und wo diese herkam, Fragen, die einen nachdenken lassen, was es bedeutet ein Mensch zu sein oder auch in der übelsten Notsituation Grenzen überschreiten zu müssen, um sich selber schützen zu können...Fragen über Fragen, die beklemmend sind und einem sich den Magen zusammenschnüren lassen. Meistens ist es ja so, dass die Figuren selber nichts über das „wie“ und „wo“ wissen, aber hier gab es clevere und logische Spekulationen und zum Ende hin wird auch vieles aufgelöst oder eben aufgedeckt. Eine Szene, in der es um Verrat ging, habe ich so auch gar nicht kommen sehen – großartig!

Das ganze Ende an sich war auch einfach genial. Es gab zwar einige Kleinigkeiten, die mich in bestimmten Momenten gestört aber, aber im Gesamtbild fallen sie nicht ins Gewicht. Ich bin total gespannt auf das nächste Buch in der Reihe. Das Ganze endet nicht mit einem Cliffhänger, sondern sehr zufriedenstellend, aber dennoch will ich unbedingt wissen, wie es weiter geht!

Übrigens gibt es im Roman auch eine Liebesgeschichte, aber diese spielt sich sehr zart am Rande ab, was ich ebenfalls gut fand. Kein dummes Lovey-Dovey ohne Sinn und Verstand, sondern Freundschaft schließen, Annäherung und dieses warme Gefühl, dass zwischen all dem Tod und Elend noch etwas Gutes entstehen kann.




Ich war wirklich total gefesselt vom ADIP und freue mich auf weitere Werke der Autorin. Super Schreibstil, viel mörderische Action, die richtigen Fragen zur richtigen Zeit, kluge und individuelle Figuren, die einem echt am Herzen liegen und überraschende Wenden – die Liste ist lang, wenn ich aufzählen möchte, was an ADIP alles so gut war. Wer ein Zombie-Buch sucht, der hat es hiermit gefunden. Laura Newman erfindet das Rad zwar nicht neu, wie man so schön sagt, dafür dreht sich dieses hier aber besonders schnell und faszinierend in die richtige Richtung.  


1 Kommentar:

  1. Hallo Tanja,

    du hast Recht, die Thematik um Zombies ist wirklich schon ausgelutscht. Umso schöner ist es doch, wenn man zwischen all dem Einheitsbrei mal wieder ein gelungenes Buch findet. Von daher ist es auf meine Wunschliste gewandert. :)

    Lieben Gruß
    Steffi

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