Freitag, 9. Oktober 2015

[BUCHREZENSION] Der Fluch von Cliffmoore


Titel: -
OT: Der Fluch von Cliffmoore
Autor/in: Laura Foster
Genre: MG, YA, Contemporary
Buchreihe: Cliffmoore #1
Zur Verlagsseite:





Laura Foster wuchs in Berlin auf und lebt heute mit ihrer Familie und den zwei schwarzen Katzen Mitch und More in England. Wenn sie nicht gerade an spannende Orte reist, schreibt sie Drehbücher für Fernsehserien und –filme. „Der Fluch von Cliffmoore“ ist ihr erstes Jugendbuch.




Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten: 384
Verlag: Ravensburger


Englisch
Deutsches
Original!






Interessante Story, leider wenig Mystery...


Kurzbeschreibung

Lisa wird eindeutig vom Pech verfolgt: Ihre Eltern haben sich getrennt, ihr Vater hat eine neue Freundin und Lisa muss mit ihrer englischen Mutter in deren Heimatkaff Cliffmoore ziehen. Ihr neues Zuhause, das alte Cottage von Oma Judith, ist zwar gemütlich, aber auch voller Geheimnisse. Warum gibt es im Keller eine verborgene Tür? Woher kommen die merkwürdigen Geräusche mitten in der Nacht? Und wieso warnt die kauzige Nachbarin Lisa vor einem uralten Familienfluch? Als wäre das alles noch nicht genug Chaos, spukt in Lisas Kopf ständig ein ganz bestimmter Junge herum …
Buchgestaltung
Das Cover war einer der Gründe, warum mir das Buch ins Auge gefallen ist. Ich finde zwar, es passt nicht ganz soooo gut zum Inhalt des Romans, aber es ist echt schön. Besonders die kleinen Details, wie z.B. die Katze finden sich auch noch an anderen Stellen (auch im Buch) wieder. Der Titel verspricht eine mysteriöse Entdeckung und obwohl er ganz toll klingt, so bin ich wegen dem „Fluch“-Teil etwas unsicher. Im Buch kommt ein Fluch nicht wirklich zur Geltung und man hätte sicher noch etwas Besseres für den Roman finden können. Trotzdem – schöne Aufmachung.
Meinung

Laura Fosters Debütroman war eines dieser Bücher, die ich unheimlich gerne gelesen habe, bei denen mir aber das „gewisse Etwas“ leider gefehlt hat. Ich sollte an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass das Buch in eine jüngere Zielgruppe fällt – was mir vorher bewusst war – und sicher bei jüngeren Lesern daher auch einen Stern mehr absahnen könnte. Ich lese grundsätzlich super gerne Kinderbücher und Argumente wie „war zu vorhersehbar“ oder „ war zu kindisch“ benutzte ich daher im Bezug auf solche Bücher auch nicht. Es gab sogar Kinderbücher, denen ich fünf Sterne gegeben habe, weil ich sie so sehr mochte. Der Fluch von Cliffmoore liegt auf meiner Skala eben in der Mitte. An sich ist das Konzept ganz toll gewesen, aber leider auch etwas langsam erzählt und darin lag mein größtes Problem: die Erzählgeschwindigkeit.

Im Buch geht es um Lisa, die nach der Trennung ihrer Eltern zusammen mit ihrer Mutter nach Cliffmoore zieht und sich dort ein neues Leben aufbauen muss. Neues zu Hause, neue Schule – alles neu und das findet Lisa einfach total doof. Ich mag es immer echt gerne, wenn Figuren in eine neue Gegend ziehen, weil man so zusammen mit diesen entdecken kann, was dort alles los ist. Das hat die Autorin auch gut hinbekommen. Schnell wickelt einen der Charme von Cliffmoore um den Finger und dieser kleine, abgeschiedene Ort schien ganz wunderbar zu sein, um lauter Geheimnisse zu verbergen. Auf ein solches stößt Lisa dann früher oder später auch und irgendwie scheint das Ganze auch noch mit ihrer Familie zusammenzuhängen.

Leider hat es ziemlich lange gedauert, bis etwas Pepp in die Handlung kam. Man liest eine ganze Weile vom Einleben in Cliffmoore oder dem Freunde finden in der Schule und es passiert nicht so viel. Zwar war Lisa jemand, der ab und zu auch einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte, aber nach meiner anfänglichen Aufregung, habe ich mich doch schnell ein wenig gelangweilt. Versteht mich nicht falsch, ich fand die alltäglichen Ereignisse nicht schlecht und das Alles erinnerte auch viel an einen gewöhnlichen Mädchenroman, aber ich hatte mir etwas mehr Mystery versprochen. Lisa war nett und ich mochte sie. Auch die anderen Figuren fand ich nett, aber das war es eben auch schon. Nett ist nicht überragend und nicht überragend macht eben den Durchschnitt aus. Die Autorin hat gut eingefangen, wie junge Mädchen in dem Alter so sind und welche Probleme sie durchleben, aber so etwas liest man auch in gefühlten hundert anderen Büchern und mir hat einfach was gefehlt. Etwas mehr Witz, ein bisschen mehr Spannung halt...

Es gab doch einige Szenen, die lustig waren und in denen Lisa etwas tollpatschig daherkommt, für mich hätte man da aber noch mehr rausholen können. Es gibt auch eine süße Liebesgeschichte am Rand oder besser eine kleine Annäherung und das war mit eines der Highlights am Buch. Davon hätte ich mehr gebrauchen können. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nicht den vollen Bezug zum Buch aufbauen konnte. Lisa wurden nicht wirklich Steine in den Weg gelegt und so blieb sie immer auf dem gleichen Level und man lernte keine neuen Seiten an ihr kennen. Mir kam das Buch auch echt lang vor, weil die Handlung zwischenzeitlich so schlaucht.

Erst ab der Mitte wird sich mehr mit Rätseln, Familiengeheimnissen und Cliffmoore beschäftigt und Lisa stellt einige Nachforschungen an. Leider waren diese mehr Dialog statt Handlung und auch diesen Punkte hätte man spannender gestalten können. Kurz vor Schluss gewann der Roman aber ordentlich an Fahrt und konnte mich echt gut unterhalten. Laura Foster hat auch einen sehr angenehmen Schreibstil und hat gegen Ende ganz viele Register gezogen, wie bei einem echten Finale.

Das Buch ist abgeschlossen, aber ich hab das Gefühl, dass das Abenteuer in der zweiten Runde direkt etwas actionreicher starten könnte, weil wir uns ja jetzt „eingelebt“ haben, deshalb weiß ich noch nicht, ob ich weiterlesen, wenn es irgendwann einmal einen zweiten Band gibt. Für ein Debüt hat Laura Foster aber dennoch einen soliden Roman mit coolem Konzept vorgelegt.



Der Fluch von Cliffmoore war nicht wie erhofft voller Rätsel und Geheimnissen, sondern die Story wurde gemächlich mit viel Alltagsleben erzählt. Der angenehme Schreibstil der Autorin konnte nicht verhindern, dass ab und zu echte Längen im Buch entstanden. Super waren die Figuren an sich und wie das Thema Freundschaft und Träume umgesetzt wurde. Das Ende hat mit ein paar süßen Wenden für Unterhaltung gesorgt, alles in allem ist das Buch aber wirklich für eine jüngere Zielgruppe, die sich vielleicht besser mit den Problemen von Lisa identifizieren kann und somit auch mehr Spaß mit Laura Fosters Debüt hat.


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