Dienstag, 13. Oktober 2015

[BUCHREZENSION] Jungs to go


Titel: Jungs to go
OT: One of the guys
Autor/in: Lisa Aldin
Genre: YA Contemporary
Buchreihe: Einzelband
Zur Verlagsseite:







Lisa Aldin machte ihren Universitätsabschluss in englischer Literatur, ehe sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Mit ihrem Mann, ihrer Tochter und diversen Haustieren lebt sie in Indianapolis. "Jungs to Go" ist ihr Debutroman.




Deutsch
Broschiert/ 12,99€
Seiten: 368
Verlag: Heyne (fliegt)


Englisch
Taschenbuch/ 9,38€
Seiten: 284
Verlag: Spencer Hill





Nett trifft es am besten :D


Kurzbeschreibung

Mädchen sind einfach nicht so Toni Valentines Ding. In ihrer alten Jungs-Clique fühlt sich die Siebzehnjährige viel wohler als in der Gesellschaft ihrer sorgfältig gestylten neuen Klassenkameradinnen der exklusiven Mädchenschule. Außerdem versteht sie Jungs viel besser. Als eine ihrer Mitschülerinnen Liebeskummer hat, weiß sie sofort: Man muss den Treulosen eifersüchtig machen! Und Kerle dafür hat Toni ja praktischerweise an der Hand. Kurz entschlossen vermietet sie einen ihrer Jungsfreunde zum einmaligen Date. Der Plan wird ein voller Erfolg – und Toni kurz darauf Inhaberin einer gefragten Schein-Date-Agentur. Bis sie sich selbst verliebt und damit nicht nur ihre Geschäftsidee, sondern auch ihren Seelenfrieden ernsthaft gefährdet …
Buchgestaltung
Der deutsche Verlag hat sich hier eindeutig mehr Gedanken um die Gestaltung gemacht – sie ist knallig, niedlich und passt echt perfekt zum Buch. Auch „Jungs to go“ als Titel ist einfach super cool und trifft den Kern des Buches auf den Kopf. Die englische Aufmachung ist nicht nur nichtssagend, sondern auch echt langweilig. Wenn ich das Buch so im Laden sehen würde, würde ich dran vorbei gehen.
Meinung

Ich + Contemporary= Geht eigentlich immer auf :) Jungs to go war auch ein wirklich süßes Buch, dass ich mochte, von mir aber nur den „OK-Stempel“ bekommt. Obwohl ich den Roman gerne gelesen habe, verlor ich nach und nach etwas das Interesse an den Figuren und ihrer Geschichte. Wenn man auf der Suche nach etwas Leichtem für zwischendurch ist gehen solche Geschichten immer, aber ich glaube, aufgrund des richtig originellen Konzepts hatte ich doch etwas zu hohe Erwartungen.

Der Einstieg ins Buch fiel mit nicht so besonders leicht. Ich hatte das Gefühl, die Autorin wollte mir unbedingt ins Hirn prügeln wie „anders“ Toni ist und dass sie sich eigentlich wie ein Junge benimmt. Dabei fielen mir vor allen die etlichen Wiederholungen negativ auf, die mir sagen sollten „so und so ist die Prota“, ohne das jetzt so richtig zu zeigen. Zwar gibt es am Anfang eine einführende Szenen mit Toni und ihren Freunden, aber diese war schnell vorüber und plötzlich macht das Buch einen Cut und man ist erst mal verwirrt und denkt sich: wie geht das jetzt weiter? Das hat mit nicht so gut gefallen, zumal es danach sofort weiter ging mit „Toni ist so anders, als andere Mädchen“, dabei war sie nicht mal super begabt oder super schön und irgendetwas in die Richtung, es ging einfach darum so richtig kristallklar zu sagen: Toni ist aus den und den Gründen „jungenhaft“. Aber wir leben schließlich im 21. Jahrhundert und solche „Klischee“ sollten die Geschlechter nicht belasten dürfen. Toni macht zwischendurch auch total auffällige Dinge, wie wild herum rülpsen oder sich am Po kratzen oder irgendwohin rotzen, um zu zeigen, wie „un-damenhaft“ sie doch ist. Das hätte man wirklich humorvoller lösen können, wie ich finde.

Nichtsdestotrotz war ich nach anfänglichen Schwierigkeiten rasch in der Geschichte drin. Toni war eine nette Protagonistin, deren Agenda man gut verstehen konnte. Ich fand die Idee des Buches auch total super. Wie in einem „Coming of Age“ Roman geht es viel darum, wie man sich verhält, wenn man älter wird und sich bestimmten Umständen anpassen muss. Toni war immer sichere Abläufe in ihrer Clique gewohnt, Rituale und Freundschafts-Regeln und plötzlich ist alles anders und sie fragt sich, wo sie steht und vor allem wie sie zu ihren Kindheitsfreunden steht. Die Autorin hat auch gut eingefangen wie es ist Teil einer Gruppe unterschiedlicher Freunde zu sein, wo jeder seinen Platz hat und wie schwer es sein kann, wenn das Leben einen zwingt erwachsen zu werden, eben dieser Teil zu bleiben, komme, was wolle.

Die Romanze im Buch kommt relativ spät in die Gänge und hat dieses ganze „keine Ahnung, dass ich in XY verliebt bin und umgekehrt“ Thema, was niedlich zu lesen war. Ich hätte mir an vielen Stellen gewünscht, dass etwas mehr der Freundschaft zwischen Toni und den Jungs gezeigt worden wäre, denn das kam ab und ab etwas zu kurz. Außerdem hätte man, was die Romanze an sich angeht noch einen Ticken mehr – naja, Romantik – drauf setzen können. Viel wurde einfach immer wieder in einem Monolog beschrieben, anstatt aktiv gezeigt zu werden und das war schade. Dennoch hatte das Buch einen gewissen Unterhaltungswert, wenn die Dialoge zwischen Toni, ihren Freunden und dem Mädchen des Internats in die Gänge kamen.

Zwar ist das Buch in seiner Handlung voraussehbar und kaum überraschend, aber das liegt dem Genre ja sowieso zu Grunde und kann man der Autorin nicht vorhalten. Bis zur Mitte fand ich den Ablauf von Tonis Leben wirklich sehr amüsant, sei es nun ihre alltäglichen Probleme oder das Auseinandersetzen mit ihren Gefühlen. Danach ging es etwas bergab mit der Handlung und mir fehlte ein wenig die Spannung. Gefreut habe ich mich allerdings, als die Autorin eine Prise Dramatik in den Topf geworfen hat, denn so stereotypisch das alles auch war, ich fand es süß.

Die Nebenfiguren gefielen mir auch ganz gut. Die Autorin hat sich mit ihrem lockeren Schreibstil berühmt diese gut in Szene zu setzen und sie nicht unbedingt in Schubladen zu stecken. Jedenfalls haben sie alle recht gut zusammengepasst und auch die Chemie zwischen Toni und dem Love-Interest hat gestimmt. Das Ende des Buches war so wie man es erwartet und daher auch sehr zufriedenstellend.




Jungs to go ist vielleicht kein Meisterwerk to go, aber eine süße und zeitweilig unterhaltsame Geschichte, deren Idee mir gut gefallen hat. Die Ausarbeitung hätte besser sein können und besonders die Geschlechter-Klischees fand ich etwas übertrieben, aber dennoch hat mir das Buch ein paar nette Lesestunden beschert. Als typische Sommerlektüre ist es jedenfalls nicht zu verachten, wenn man eine sucht ;)


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