Freitag, 15. Januar 2016

[BOOKTALK] Talon & Rogue von Julie Kagawa

ACHTUNG: Dieser Book-Talk enthält leichte Spoiler für beide Romane.


Heute möchte ich ein bisschen über die "neuen" Bücher von Julie Kagawa plaudern. Ich habe Band eins und zwei der Reihe, die insgesamt 5 Bände umschließen soll, nämlich hintereinander gelesen. Wer es gerne kurz und knackig mag, dem kann ich vorab schon verraten, dass ich eher enttäuscht von den Romanen war - mehr, als das! Ich war regelrecht am Boden zerstört, denn Julie Kagawa gehört zu meinen Lieblingsautorinnen und ich habe bisher alles von ihr verschlungen. Ich habe noch nie einem ihrer Bücher weniger als 3,5 Sterne gegeben. Zugegeben, ich war kein riesen Fan ihrer Vampir-Trilogie, allerdings fand ich diese auch nicht wirklich mies...nicht so wie Talon, aber lest selbst.

TALON war ganz anders als erwartet.

Ich dachte, es würde viel mehr um Drachen und Abenteuer und Action gehen, stattdessen bestand das Buch, mit seinen über 400 Seiten, meistens aus Teenie-Drama und der unbegründeten Rebellion der Protagonistin Ember. Diese ist zusammen mit ihrem Bruder Dante Teil der Organisation "Talon", welches wie eine Art Zeugenschutzprogramm junge Drachen-Menschen in die Gesellschaft der Menschen integriert, damit diese sich dort zurechtfinden und später dort gut tarnen können. An sich ein sehr cooles Konzept, wäre da nicht der Mangel an Erklärungen, der sich durch beide Bände zieht (im ersten noch mehr, als im Folgeband). Zum einen erfährt man z.B. anfangs, dass Drachenkinder aus Eiern schlüpfen, aber aussehen wie Menschen, weil sie sich "verwandeln" können. Es gab aber gar keine richtige Info zu der "Spezies", der Ember und Dante angehören und irgendwie wollte das alles in meinem Kopf nicht so wirklich Sinn machen. Drachen, die Menschen sind oder Menschen, die Drachen sind, aus Eiern schlüpfen, aber aussehen wie Menschen und reden wie Menschen und denken wie Menschen..ehhh, Hilfe? Gut begründet war allerdings, warum die "Menschen-Drachen" immer heiße Feger sind, denn das wird so erklärt: schöne Menschen haben es eben im Leben leichter, weil sie automatisch charmanter sind und mehr geliebt werden. Gut, oder? NICHT. Meiner Meinung nach täten die "Talons" besser daran sich mal ordentlich zu tarnen, statt wie Models die Welt zu bevölkern xD

Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären: SCHÖNHEIT. Denn Ember, die zugegeben erst 16 ist und daher Probleme mit ihren Hormonen hat, findet alles und jeden WUNDERSCHÖN. Genau wie ihre neuen Freundinnen, die sie am Strand trifft. Ich habe echt irgendwann aufgehört zu zählen wie verdammt oft das Wort "gorgeous" in den Mund genommen wurde, um das Aussehen anderer zu beschreiben. Eine der Figuren wird sogar immer nur "gorgeous Biker Boy", kurz BB genannt. Ehmmm...ich bin wohl zu alt für das Buch, oder? Bitte sagt mir, dass ihr das nicht normal findet! Jedenfalls stellt sich dieser BB als ein abtrünniger Drache raus, die im Buch "Rogue" genannt werden. Sie haben Talon verlassen und sind so etwas wie die Feinde der Organisation. Und wie sollte es anders sein, verdreht der BB, der einfach so damn gorgeous ist, Ember sofort den Kopf und anders herum, weshalb dieser Kerl, namens Riley, Ember zum Überlaufen bringen will.

Damit ist die Story aber noch nicht zu Ende, denn es gibt ja auch noch Garrett. Den Drachenjäger von St. George, der Drachenjäger Akademie, der zusammen mit seinem besten Freund Tristan ausgesandt wird, um den "Rogue" in der Stadt ausfindig zu machen - der Verdacht fällt natürlich der schnell auf Ember...und wollt ihr raten? GENAU! Da nähert sich nicht nur ein Liebesdreieck, es boxt euch erstmal richtig hart mit allen Klischees ins Gesicht. Und das, meine Freunde, ist auch der Grund, wieso sich sage und schreibe knapp 300 Seiten des Buches nur um Embers Gefühle gegenüber den beiden Kerlen drehen.

Ich will nicht sagen, dass es nur um die Liebe ging, ein paar wenige Konflikte gab es auch noch, aber das hier war halt einfach Romantasy der übelsten Lovey-Doves-Kitsch-Sorte. Wer also auf so etwas steht, der wird die Bücher sicher sehr mögen, aber ich finde es einfach eine Schande, wenn der Plot von der Liebesgeschichte gefressen wird.

Gegen Ende gab es schon einige tolle Kampfszenen und auch etwas mehr von den Drachen zu lesen, aber die meiste Zeit eben nicht...das war einfach verschenktes Potenzial. Wie kann ein Buch mit Drachen denn bitte nicht cool sein? Ich war öfter mal fast am weinen xD Obendrauf ist es auch noch so, dass ich Ember nur "ok" fand und ihre Love-Interest einfach mega kacke. Riley ist der typische Bad Boy Rebell und Garrett der nette Kerl mit dem weichen Herzen. Als gäbe es auf der Welt nur diese zwei Arten von Typen. Von Embers dummen Bruder will ich gar nicht anfangen. Die Autorin ist hier ja mal so was von in die Richtung #CalebDivergentSeries gegangen - das war so übelst vorauszusehen! 



Die Aufmachung der Bücher ist natürlich der Oberhammer. Schon bei meinem Neuzugänge Post damals war ich einfach total verzückt von der wunderschönen Gestaltung. Dafür kann man dann das Wort GORGEOUS verwenden, liebe Ember Hill. 

ROGUE habe ich ehrlich gesagt nach dem ersten Band nur gelesen, weil er eben auf meinem SuB lag und ich wusste, dass er dort verschimmeln wird, wenn ich ihn nicht hinterher schiebe. Und es gibt ja immer noch die Hoffnung, nicht wahr? Ich habe oft Reihen gelesen, die mit dem nächsten Band besser wurden und mir echt gefielen. Doch es stellte sich nach einigen Kapitel bereits heraus, dass ich hier noch mehr Probleme mit meinen Kritikpunkten vom ersten Band haben würde - trotzdem habe ich durchgehalten. 

Ember war von Beginn an eine nette Protagonistin, die sich für ihr Alter doch relativ normal verhalten hat. Ich sage extra normal und nicht sympathisch, weil sie mir das eben nicht war. Ihre Handlungen waren oft egoistisch und von ihrem Trieb geleitet irgendeinen der beiden Boys aus Talon zu erobern. Obwohl - nein - das wäre auch falsch, denn wir haben hier wieder Beziehung von der Sorte "alle wollen die Prota", weshalb Ember in den Augen von Riley und Garrett unfehlbar ist. In den Büchern gibt es übrigens Perspektivenwechsel verschiedener Figuren, darunter eben auch die drei Figuren unseres Liebesdreiecks. Dabei wird umso deutlicher, dass Riley eigentlich selber nicht weiß, wieso er Ember will und Garrett sie einfach nu hot findet, denn ihren Charakter oder so erwähnt er so gut wie nie.

Das Buch setz sehr nahtlos an die Ereignisse vom ersten Band an. So befindet sich Garrett in Gefangenschaft von St. George, nach dem er Ember im ersten Band hat entkommen lassen (eine Szene, die ich mega schwachsinnig fand, weil sie auch einfach hätte weg fliegen können, statt drum zu betteln, das er sie gehen lässt). Ember gammelt unterdessen emohaft im Quartier der "Rogues" herum und jammert über ihr Leben, während Riley uns in Flashbacks erzählt, warum er denn als Teenie der knallharte Anführer der Rebellen ist. Man könnte also sagen das übliche Muster: hotte Boys, weinerliche Prota und das getrennt-sein vom Liebsten, um die Dramatik auf Leben und Tod zu steigern. In Rogue lernen wir noch einige neue Figuren kenne, darunter z.B Faith, die Ember zusammen mit Dante jagen soll.

Im Roman gab es einige seltsame Konflikte, die sich meistens darum drehten, dass Riley und Garrett dieses "du hast Drachen getötet, dude!" Spiel spielen. Dabei haben sie beide Drachen getötet, beide Fehler begangen und sind sich eigentlich sehr ähnlich, aber der stetige Vergleich, wer denn nun besser ist und reinere Motive hat wurde bis zum Erbrechen ausgereizt und mein Gehirn hat dieses Teenie-Love-Drama schwer ertragen können. Ember selbst benimmt sich vor allem Garrett gegenüber wie die übelste Pute vom Dienst. Sie ist ja eigentlich ein Drache und kein Mensch und dennoch ist da immer der innere Kampf zwischen diesen beiden Seiten (ihrer nicht vorhandenen) Persönlichkeit. Das hat sich ehrlich gesagt auch gelesen wie Allison Sekemoto reloaded 2.0 xDD Für alle, die es nicht wissen, das ist die Prota aus der "Immortal Rules" Reihe, welche zwischen Mensch/Vampir Dasein hängt und naja...Ember war einfach genauso blöd wie die liebe Allie. 

Vom Plot her war das Buch zwar etwas spannender, als noch Band eins, aber ich konnte aufgrund der mir äußerst suspekten Figuren gar nicht wirklich Gefallen daran finden. Viele Wenden erschienen mir doch zu erzwungen und auch hier hat sich wieder alles so Wahnsinnig gezogen. 100 Seiten pro Buch weniger hätte der Reihe sau gut getan. Positiv fand ich allerdings die Einblicke in "Talon" und "Rogue" und das man mehr über die Drachen erfahren hat. Allgemein hat Julie Kagawa hier auch eine wirklich nette Idee gehabt, die gar nicht so wirklich wie z.B. Firelight war und originelle Ansätze hatte. Leider muss ich einfach sagen, dass die negativen Aspekte bei Weitem überwogen haben. Wo Band eins noch nett und interessant war, hat Band zwei mich mit dem Liebes-Drama zu Tode genervt.


Mein Fazit zu den ersten beiden Bänden fällt jedenfalls nicht sehr gut aus. Talon hat von mir noch ganz knappe 3 Sterne bekommen, mit Tendenz nach unten und Rogue hat es gerade mal auf 2 Sterne geschafft. Nach beiden Büchern kann ich jedenfalls guten Gewissens sagen, dass ich die Reihe nicht weiter verfolgen/lesen werde und sie auch keine Empfehlung bekommt. Meiner Meinung nach ist die Iron Fey Reihe von Julie Kagawa, das beste Gesamtwerk der Autorin und da kommt nichts mehr, was ich seitdem von ihr gelesen habe, auch nur annähernd heran. 

Kommentare:

  1. Oh wie schade Tanja :/ Ich habe "Talon" noch auf dem Ebook Sub, allerdings wird es dort wohl für immer bleiben. Ich habe überhaupt keine Interesse mehr daran die Reihe zu lesen. Was du dazu schreibst bestärkt mich nur darin, es gibt bessere Bücher für meine freie Zeit.

    Liebe Grüße
    Tina

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  2. Hey Tanja,

    oh je das hört sich gar nicht gut an. Bei mir subt Band 1 noch, da ich eigentlich warten wollte bis ein paar mehr Bücher der Reihe erschienen sind. Vielleicht sollte ich aber doch mal Band 1 antesten.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  3. Bei mir Subt Talon auch noch, und je mehr Rezensionen ich lese desto mehr Angst hab ich davor es zu lesen... naja, wenigstens sieht es hübsch aus. ;)

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