Montag, 14. März 2016

10 Vorurteile gegen Buchblogger


Wer kennt sie nicht - die Vorurteile, die man sich als Buchblogger mal hin und wieder anhören muss? Wie viel Wahres steckt eigentlich in den Worten drin? Was denkt, ihr? :D Ich habe mal ein paar zusammengetragen, die ich schon öfter gehört habe...



Genau. Weil jeder Blogger sich nur Rezensionsexemplare anfragt und die ganzen Bücher, die auf dem SuB liegen hat der liebe Gott dorthin gezaubert. Sicher gibt es Blogger, die sich vielleicht mehr anfragen, als andere, aber ich würde mal behaupten, dass alle Blogger sich zu 80% Bücher noch selber kaufen. Viele lehnen Rezensionsexemplare sogar ab, weil ihnen der "Druck" zu groß ist ein Buch schnell lesen und rezensieren zu müssen. Außerdem lieben wir Buchblogger Buchhandlungen und gehen gerne dort stöbern und shoppen. Bei Buch-Menschen-Treffen werden Flash-Mobs gestartet, um den Buchhandel zu unterstützen und auf Blogs und Youtubekanälen ist eben nicht alles von einem Verlag "gesponsert". Wir mögen Seiten wie Medimops, Arvelle oder Rebuy, weil Lesen ein teures Hobby sein kann und niemand etwas gegen Schnäppchen hat, aber wir kaufen auch Bücher zum Vollpreis um Autoren - vor allem deutsche - zu unterstützen. Wir sind Leser. Keine Schmarotzer.



Blogger gibt es in allen Formen, Farben und Größen jeden Alters. Klar, es gibt junge Mädchen, die sich einen Blog erstellen, um dort ihr Hobby auszuleben, aber seit wann spielt das Alter denn eine Rolle? Eigentlich ist es sogar so, dass die meisten Buchblogger zwischen 20-30 Jahre alt sind. Es gibt jüngere und es gibt ältere Blogger und wir schätzen und respektieren uns alle gleichermaßen. Sicher - jemand, der 12 ist besitzt nicht den Wortschatz von jemanden, der schon 30 ist, aber jeder hat seine eigene Weise über Bücher zu sprechen. Zu behaupten, das alle Buchblogger kleine Mädchen sind, die nichts besseres in ihrer Freizeit zu tun haben, als Glitzer über ihre Blogs zu streuen oder Herzchen hinter Buch-Bewertungen zu setzen ist wirklich der absolute Schwachsinn.



Das ist eines der Vorurteile, was mich mit am meisten aufregt xD Natürlich gibt es Blogger, die wirklich alles sehr gut finden und vielleicht nicht die volle Breite von 1-5 Sternen nutzen, aber es gibt auch genug seriöse Blogger, die Bücher gut und schlecht und irgendwo dazwischen bewerten. Nur, weil jemand seine gelesenen Bücher mag, heißt das auch nicht, dass dieser Blogger keine eigenen Meinung hat. Unsere Rezensionen sind facettenreich und wir lieben es uns über Bücher auszutauschen. Manchmal werden wir dabei sehr kritisch und manchmal zum Fangirl. Wir lassen uns aber weder von Autoren, noch Verlagen bestechen - nicht durch Rezensionsexemplare und auch kein Geld. Sicher, es gibt schwarze Schafe, aber wo gibt es die nicht? Ich kann jedenfalls sagen, dass die Blogs, die ich lese alle ihre ehrliche und unverfälschte Meinung von sich geben. 



Es gab da eine Messe, in Frankfurt, wo ich beobachten konnte, wie wirklich einige Blogger am "schmoren" waren, aber auch hier: schwarze Schafe gibt es überall. Wir Blogger gehen auf Messen, um andere Blogger zu treffen, Spaß zu haben und neue Romane zu entdecken. Wir lieben den Trubel, die tollen Dinge, die man sehen und erleben kann! Es gibt keinen schöneren Ort, als die Buchmesse, um zusammen zu kommen und sich mal in "echt" zu begegnen. Blogger sind eine eingeschworene Community und auf Buchmessen kann man sich dann auch mal von Angesicht zu Angesicht mit Leuten unterhalten, die von sehr weit her kommen - was einfach wundervoll ist. Meine schönsten Erinnerungen, die mit dem Bloggen zu tun haben, hängen mit Messen zusammen und den tollen Leuten dort. Außerdem ist es super mal Autoren zu treffen, sich Bücher signieren zu lassen und auch mit den lieben Presse-Leuten von Verlagen zu plaudern. Vielleicht bekommt man das ein oder andere Buch geschenkt, aber eine Messe ist mehr als die Anzahl der Bücher, die man wieder mit nach Hause nimmt. Basta! 



Das Verlage mit Bloggern zusammenarbeiten ist schon lange nichts Neues mehr und wahrscheinlich sind Blogger auch wirklich "günstigere Werbung" als Buchhandlungen oder Promo-Aktionen. Aber Verlage arbeiten nicht nur mit Bloggern zusammen, um Bücher zu promoten, sondern auch um Aktionen zu planen, Autoren bekannter zu machen und die weite Welt da draußen auf Titel aufmerksam zu machen. Wir leben nun mal in einer schnellen Gesellschaft, wo die Leute Informationen googeln und das Internet eine Weltmacht ist und die vielen Blogs im Netz helfen dabei Bücher und Autoren eine Stimme zu verleihen und Verlage wissen das auch. Einige Bücher schaffen es vielleicht nur durch einen "Blogger-Hype" in Buchhandlungen. Rezensionen sind ein wichtiges Instrument, um auf Bücher aufmerksam zu machen und da arbeiten Blogger und Verlage wie gute, alte Freunde Hand in Hand zusammen. An Romanen hängen eben auch Jobs, Autoren, die von ihren Geschichten leben und Blogs spielen eine wichtige Rolle dabei diese Menschen zu unterstützen. Die Zielgruppe von vielen Genres ist eben jung und liebt das WWW. Da wird schon eher auf einen Blog, als einen Artikel in der Zeitung vertraut. 



Es wird ja oft gesagt, dass man immer nett zu Bloggern sein muss, weil die sonst eine Karriere zerstören können. Liebe Autoren, das stimmt aber so nicht. Blogger wollen eure Bücher nicht doof finden und sind ach so böse. Blogger sind einfach ehrliche Leser, die nicht möchten, dass man ihnen den Mund verbietet. Wenn man sich den Job als Autor aussucht, dann muss man eben auch mit Kritik leben können. Greift man dann einen Blogger an, spricht sich das in der Community eben schnell rum und man ist unten durch. Wer möchte denn schon gerne ein Buch von jemanden lesen, der nur will, dass man es super findet? Wir lieben Geschichten, aber manchmal passiert es eben, dass man eine davon nicht mag. Vielleicht sogar richtig hasst. Und es gibt nun einmal so etwas wie Meinungsfreiheit von der man in einem solchem Fall Gebrauch machen kann. Eine einzige Meinung fällt doch nun wirklich nicht so ins Gewicht, dass man einen Aufstand schieben muss. Lesen. Abhaken. Weitermachen. Keine schlechte Rezension wird ohne Begründung abgegeben und wir sind alle erwachsen genug, um Bücher, von Autoren, die uns unsympathisch sind, einfach links liegen zu lassen.



Das Thema hatten wir ja gerade erst auf meinem Blog :D Bei Buchbloggern gibt es kleine Subs, große SuBs - und manche haben sogar keinen SuB. Zu verallgemeinern, dass alle Buchblogger Bücher für schlechte Zeiten horten, ohne sie jemals lesen zu wollen ist einfach ungerecht. Natürlich ist es kaum realistisch, wenn man z.B. einen Sub von 400 Büchern hat, zu sagen "die lese ich bald alle", aber es gibt auch wirklich schlimmeres, als sein Geld für Bücher auszugeben. Besser als Zigaretten oder Alkohol sind Bücher ja alle mal, oder? Jeder kann schließlich selber entscheiden, wann und wie er sein Geld ausgibt, wenn man sich 30 Bücher im Monat kaufen möchte (und kann), dann ist das kein Grund um über jemanden herzuziehen. Da muss man einfach jedem seine persönliche Meinung lassen. Ich bin zwar auch stark dafür, dass man sein Kaufverhalten ab und zu etwas reflektieren und sich dabei nicht überschätzen sollte, aber auch hier gibt es von "Buchsammlern" bis zu "Schnelllesern" wirklich alles an Buchbloggern.



Wenn ich sage, dass ich neben den "normalen" Blogs auch total gerne Booktuber schaue, dann werde ich schon mal öfter doof angeschaut. "So was mit Beauty oder wie?" werde ich gefragt und denke dann immer: ist das Wort "Booktuber" nicht ein bisschen selbsterklärend? Blogger kann man auf viele verschiedene Weisen sein - welches Medium man dabei wählt ist die eigene Entscheidung. Ich schaue sehr gerne Videos, auch, wenn ich mich das selber so auf Dauer gar nicht trauen würde. Genauso wie ich an meinen Blog-Posts sitze, sitzen Booktuber am Schnitt ihrer Videos und ich kann mir vorstellen, dass das manchmal sogar mehr Arbeit macht. Viele Leute, die etwas mit Büchern machen, haben auch etwas mit Beauty zu tun, aber why not, wenn es eben zum Hobby gehört? Ich bin der Meinung, dass man Booktuber genauso ernst nehmen kann wie Blogger. Und wo wir schon dabei sind, dazu zählen auch Instagram-er oder Facebook-er, die über Bücher bloggen. Klar, solche Seiten sind nicht mit dem Aufwand eines Blogs/Kanals zu vergleichen, aber ich verstehe nie, wieso man andere immer anfeinden muss, nur, wenn die Herangehensweise etwas anders ist. Letzten Endes verbinden uns alle doch die Bücher.



*Augen roll* xD Ich kann für mich persönlich behaupten, dass ich am liebsten Jugendbücher lese. Ich bin 26 Jahre alt und ich liebe Jugendbücher. Für mich gibt es eben kein anderes Genre, was so herrlich frech und witzig sein kann. Was typische Probleme von Jugendlichen behandelt und das auf eine amüsante Weise. Manchmal denke ich, dass ich dem Genre früher oder später "entwachse", weil es teils immer nur derselbe Stoff ist, der verarbeitet wird...aber selbst, wenn das so wäre - sollte man nicht das Lesen, was man mag? Was ist denn daran so verwerflich, dass man Jugendbücher mag? Autoren von Jugendbücher setzen sich genau wie andere Autoren auch hin und schreiben, arbeiten hart für ihre Manuskripte und durchlaufen Lektorate, Absagen und Druck von der Außenwelt. Müsste hier denn nicht dasselbe gelten, wie bei den "Bloggern"? Das alle Autoren das Schreiben lieben und deshalb gleich viel wert sind? Wieso gibt es in Deutschland eigentlich eine Demokratie, wenn man dann in de einzelnen Sparten, die unserer Freizeit bereichern immer eine Hierarchie erzwingen möchte? Ich will auch gar nicht sagen, dass man eine Biografie mit einem Jugendbuch vergleichen kann, aber man sollte auf jedem Fall beiden Genres den gleichen Respekt zollen. Und um gegen das Vorurteil zu sprechen: viele (Jugendbuch)Blogger lesen auch gerne "Adult" Romane, Klassiker, Krimis usw - zwar nicht in Massen, aber niemand der liest ist nur auf ein Genre festgefahren.




Wer diesen Satz schon mal gelesen hat und genervt aufstöhnen musste, der hebe die Hand. ICH! Gab es da nicht erst neulich wieder einen dieser tollen Artikel, der erklären sollte, wieso Buchblogger keine Literaturkritiker sind? Wie unwürdig wir doch aussehen mit unseren kleinen Blogs, dem Herz am rechten Fleck und als junge Generation mit der Lust aufs Lesen...ja, wir sollten uns schämen. Das wir unaufgefordert unsere Meinung kundtun und daran Spaß haben. Das wir Freundschaften über Blogs und Bücher schließen und uns in Worte verlieben. Schon eine echte Pest, diese Buchblogger. Es ist ja auch tatsächlich so, dass wir alle regelmäßig darüber posten, wie viel intelligenter und besser wir sind als Literaturkritiker...*Sarkasmus off* Im Ernst. Hat irgendjemand von euch schon mal einen Beitrag gelesen, der in etwa hieß "Blogger - die besseren Literaturkritiker", verfasst von einem Buchblogger, im selben Ton und mit derselben Arroganz, die Literaturkritiker uns Bloggern gegenüber immer deutlich drauf haben? Die Antwort lautet wohl nein.

Blogger sind keine Literaturkritiker und das wollten wir auch nie sein. Wir haben unsere eigene Bezeichnung, unsere eigene Community. Wir sind eine Generation junger, ambitionierter Menschen, die Lesen und darüber sprechen. Die sich bilden will, die lachen und ab und zu mal fangirlen möchte. Ich weiß nicht, ob man das bei den aktuellen Statistiken von der Generation, die nach uns kommt noch behaupten kann. Wieso will man uns also so zwanghaft die Lust am Lesen - und Bloggen - nehmen, wo wir doch niemandem im Weg stehen oder behindern? Ist das etwa Angst? Angst davor, dass jemand mit Herz und Verstand erfolgreicher zu anderen Lesern sprechen kann, als jemand der analysiert und provoziert? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es satt habe immer wieder Artikel um Artikel zu lesen, in denen Blogger oder Booktuber auseinander genommen werden, mit der Begründung "was die da tun ist ja keine ernstzunehmende Kritik" - ja, zum Glück besitzen wir alle noch genug Humor, um über so einen Bullshit zu lachen. Man müsste doch meinen, dass renommierte Zeitungen über ernstere Themen zu berichten hätten.


Was ist eurer Meinung nach DAS Blogger-Vorurteil? :D

Kommentare:

  1. Hey Tanja =)
    GEILER POST :PP
    Ich habe es sehr, sehr gerne gelesen ♥
    Die Literaturkritiker-Sachen habe ich auch schon gehört, dann von wegen Schmarotzern und, und, und ...
    Es gibt echt so viele Vorurteile! Ist irgendwie abartig, dass man bücherliebende Menschen so schlecht beurteilt und abstempelt *tzz*

    Schreib weiter so ♥
    Anna

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  2. Hi,
    wirklich toller Post! Schön, dass es mal jemand ausspricht :)
    Da redest du mir wirklich aus der Seele, denn obwohl ich noch einen ziemlich kleinen Blog habe, bekomme ich die Vorurteile mit, die andere aus meinem Umfeld haben.
    Gerade zum Thema "alles toll finden" höre ich immer wieder, dass ich Bücher auch mal mit 1-2 Sternen bewerten muss, um meine "Glaubwürdigkeit" zu bewahren. Aber ganz ehrlich, ich bewerte Bücher nur sehr selten unter drei Sternen und wenn, dann müssen sie mir wirklich absolut gar nicht gefallen haben..

    Also danke nochmal, für deinen Post ;)

    Liebe Grüße
    Kathi

    http://anna-katharina-kathi.blogspot.de/

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  3. Ein dickes High Five für diesen Post! Mal ehrlich, ich habe in letzter Zeit wieder so verdammt viel negatives gehört und gelesen (u.a. einen Artikel von der Zeit, über den du vielleicht auch gestolpert bist, wenn ich mir deine Punkte anschaue) und ich war einfach entsetzt, was man anscheinend für ein Bild von uns hat... Daher danke ich dir ganz herzlich für diesen Post, denn du hast sowas von Recht!

    Liebst,
    Jule

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  4. Hallo Tanja,

    auch ich möchte dir mein Lob aussprechen. Ein sehr guter Post. Man merkt, dass du dir sehr viele Gedanken gemacht hast. Ich verrate jetzt mal nicht, wieviel Geld ich auf der Buchmesse ausgegeben habe ... Das war schon ganz schön ordentlich. Aber ich denke es ist so, wie du schon sagst: Es gibt solche und solche.

    Was die Youtuber angeht: Ich höre auch sehr gerne - gerade beim Hausputz - den Vlogs zu oder genieße zum Frühstück einen Bücherpodcast. Wenn ich dann Abends am PC sitze, stöbere ich wieder lieber durch die Blogs.

    Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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  5. Hallöchen,
    Klasse Post. Und ich stimme in allen Punkten zu. Ich denke, du hast mit diesen Worten vielen aus der Seele gesprochen. Naja, mir auf jeden Fall. =)
    Weiter so...

    Liebe Grüße

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  6. Huhu,
    sehr genialer Post! Unterschreibe ich in allen Punkten direkt.

    Wobei es sicherlich auch viele gibt, die in diese Klischees reinpassen. :D

    Ganz liebe Grüße
    Steffi

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  7. Hi!
    Ein sehr schöner Beitrag. Aber es ist doch schon etwas traurog das wir Blogger uns überhaupt über soetwas Gedanken machen müssen, als gäbe es nicht schon genug Unbill im Leben.
    Am besten gefällt mir ja das Vorurteil bei dem wir alle bücher mit super toll bewerten. Ha, ha, ja deshalb habe ich jetzt auch 2 Rezi's hintereinander gehabt, die ich sehr schlecht bewertet habe. Tz!
    Da kann man echt nur drüber lachen.

    Viele Grüße
    Twineety

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  8. Hallo Tanja,
    ein sehr schöner Beitrag.
    Besonders deine Worte zu Punkt zehn. Toll geschrieben.
    Viele von den Vorteilen habe ich auch schon mitbekommen :/
    Liebe grüße Tanja

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  9. Schön gesagt! :)
    Ich muss gestehen ich blogge ja selbst noch nicht lange alleine. Bis vor gut 1,5 Jahren war ich noch auf einer Seite mit einem Team aus teils echt alten Hasen und da schienen es diese Anfeindungen nicht ganz hinzuschaffen. Bisher kriege ich davon auch als Einzel-Bloggerin nur am Rande etwas mit. Aber ich weiß natürlich, dass diese Vorurteile da sind und es sicher auch ein paar Fälle gibt wo diese Vorwürfe am richtigen Platz sind. Wie du aber schon sagst sind das ein paar schwarze Schafe unter vielen und ein Großteil davon wird sich vermutlich auch nicht sehr lange halten, weil sie das Interesse an ihrem Hobby irgendwann verlieren und "herauswachsen". Diejenigen die bleiben sind dann die, die wirklich Arbeit in ihre Blogs stecken und natürlich auch Geld (ich habe bisher 1 Rezensionsexemplar angenommen und das ist eher mittelmäßig in der Bewertung weggekommen). Ich halte mich auch eigentlich für ziemlich kritisch und lese alles, was mir interessant erscheint.
    Dieser Hass von Literaturkritikern gegen Blogger kommt vielleicht auch einfach daher, dass Blogger ihr Einkommen gefährden. Literaturkritiker werden meist dafür bezahlt, dass sie ein Buch analysieren. Je mehr Blogger das aus Spaß an der Freude machen, desto weniger Bedarf besteht an bezahlten Kritikern. Jedenfalls interpretiere ich das jetzt mal so als jemand die in einer Branche arbeitet, wo Hobbygrafiker und Hobbyillustratoren ein ähnliches Problem verursachen und nicht selten auch verbrannte Erde hinterlassen. Ich finde allerdings nicht, dass solche Gruppen anzufeinden und sich selbst als intelligenter hinzustellen der richtige Weg ist. Vermutlich spielt da eine ganze Menge Frust und auch Neid mit hinein, weil Blogger die Aufmerksamkeit bekommen die andere gerne für sich pachten möchten. Ich kann es in gewisser Weise zwar verstehen, aber mMn machen sich diese zeternden Literaturkritiker damit eher noch unbeliebter und es wirkt auch einfach reichlich pathetisch, oder? Innerhalb ihrer eigenen kleinen Enklave mögen sie sich die Köpfe tätscheln können und sich gegenseitig bestätigen, aber nach außen erzeugen sie mit solchen Aktionen eher kein sympathisches Bild von sich. Vielleicht geht ihnen auch gegen den Strich, dass recht viele BuchbloggerInnen es schaffen sich selbst zur AutorIn aufzuschwingen. Man weiß es nicht. Ähnliches gilt natürlich auch für Autoren die Rezensenten wegen einer schlechten Kritik anfeinden. Wer glaubt denn ernsthaft daran, dass so etwas einen positiven Eindruck und neue Leser schafft? Ich empfehle oder kaufe doch keine Bücher von jemandem der sich wie ein Sackgesicht aufführt und nicht kritikfähig ist. Als Künstler, egal in welchem Bereich, steht man nun einmal immer mit seiner Arbeit zwischen Lob und Kritik. Wer damit nicht souverän umgehen kann hat einfach den falschen Job und kriegt dann eben zur Antwort auch einmal einen Shitstorm.

    Tja. Das Ende dieser langen Rede? Ich könnte noch ewig weiter drüber nachdenken wieso diese Feindseligkeit besteht und das Thema bis zum Sanktnimmerleinstag analysieren. Aber unterm Strich lohnt sich die Aufregung nicht. Es wird immer verschiedene Gruppen geben die unterschiedlicher Meinung sind. Glücklicherweise ist es jedem selbst überlassen, welcher Meinung und Gruppe man sich anschließen möchte. Es wäre nur schön wenn das alle mit einem respektvollen Ton hinbekommen würden. Blogger haben Freude an dem was sie tun und ich denke das können weder die Literaturkritiker, noch die müde lächelnden Bekannten oder die schwarzen Schafe kaputt machen. Ob ein Blog zu einem passt merkt man schließlich schnell anhand der besprochen Bücher, dem Schreibstil und weiß der Geier was noch. Wenn man mit knapp 60 Jahren den Blog einer 15-jährigen nicht ernst nehmen kann oder will, dann lässt man es eben bleiben und zieht weiter zu einem Ort, wo man sich besser verstanden fühlt. Man muss dabei aber nicht herablassend werden – auch das ist eine Entscheidung. Wie Parker Lewis sagen würde: Gar kein Problem! ;-)

    Liebe Grüße,
    Moya/ Sam

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  10. Ganz schön viele doofe Vorurteile. :D

    1. Ich mach beides. Bücher kaufen und Reziexemplare anfragen. Reziexemplare sind der Lohn für die Arbeit, die ich mir mache.
    2. Hm. Ich bin 41, männlich und stelle hohe Ansprüche an mich selbst.
    3. Nope. Ich bin sehr kritisch und habe Rezensionen von Euphorisch bis totalverreißend geschrieben.
    4. Ich war auf noch keiner Messe, und ich glaube, ich würde mich nicht vollpacken wollen. Hab noch so verdammt viel. Ich denke, wenn ich da hin gehe - was irgendwann der Fall sein wird -, werde ich mehr oder minder wegen zwei Dingen dort hin gehen, nämlich um Kontakte zu knüpfen und vielleicht auch ein wenig Werbung für meine Website zu machen.
    5. Nö. Die Verlage, die davon ausgehen, irren sich. Aber gewaltig. Wer seriös schreibt, dem ist Instrumentalisierung zuwider.
    6. Wenn ich einen Autoren doof finde (Sarrazin, Pirincci), biete ich dem erst gar keine Plattform. Generell: Wenn mich ein Buch enttäuscht, abstößt, langweilt oder meiner Meinung nach einfach grottig ist, dann schreibe ich das. Stichwort Meinungs- und Pressefreiheit. Der Rest interessiert mich nicht. Soll der Autor weinen gehen - oder sich komplett zur Wurst machen, indem er herumzickt.
    7. Also ich muss meine beiden SuBs (gekaufte und Reziexemplare) langsam mal auf ihre Statik überprüfen. Lang geht das nicht mehr gut. Heißt: Trifft teilweise zu, der siebte Punkt.
    8. Ganz ehrlich? Ich finde die meisten Videos einfach nur schlimm, ganz egal, ob es um Bücher geht oder nicht. Auch bei den zugegebenermaßen guten Booktuber/innen habe ich meine Probleme, durchzuhalten. Ich lese lieber über das Buch.
    9. Ist natürlich Quark.
    10. Das beste Argument gegen das Klischee, dass Blogger keine Literaturkritiker sind (wenn sie es denn sein wollen) ist: Gute Inhalte bieten.

    So. :)

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  11. Sehr schöner Post, vor allem sehr treffend :D Vor allem die Jugendbuchsache wurmt mich, weil man es meinem Bücherregal auch ansieht und wenn dann jemand durchschaut und sagt: "Bist du nicht zu alt für sowas?" könnte ich ihm auch gleich ein Buch an den Kopf werfen. Erstens gebe ich selten Bücher weg, also steht in meinem Bücherregal automatisch meine ganze Jugend und Kindheit und außerdem SELBST WENN? Darf ich nicht nur weil ich die magische Grenze von 18 Jahren überschritten habe?^^

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  12. Huhu Tanja! :D

    Da kann man nur klatschen und beim lesen wie ein Wackel-Dackel ordentlich mitnicken: JA, aber sowas von, so sieht es aus! ICh hass es, wie viele Vorurteile es gegenüber Buchbloggern geht, und besonders benannter Artiekl aus der Zeit könnte mich zur Weißglut bringen. Aber wie du sagst: Wir mögen als inkompetente, naive Menschen die alles mit Glitzer und Herzchenaugen sehen und gierige kleine Hände nach Rezensionsexemplaren ausstrecken, verschrien sein, aber glücklicherweise haben wir hoffentlich alle genug Humor, um darüber zu lachen, wie du schon richtig sagst. Denn ich persönlich kann dir nur zustimmen, dass ich mir keien bessere Community wünschen könnte :)

    Liebe Grüße
    Kücki ♥

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  13. Hey,

    vielen lieben Dank für deine tollen und ehrlichen Worte. Es ist wirklich traurig wie manche Blogger doch angesehen werden. Selbstverständlich gibt es auch schwarze Schafe unter allen, aber das ist doch in jeder Sparte so. Es ist schon traurig. :(

    Liebe Grüße,Ruby

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  14. Den Schnorrerkommentar habe ich neulich auch gehört und war ..fassungslos trifft es ganz gut.
    Aber das mit dem SUB nehme ich mir durchaus zu Herzen und versuche meine gerade zu reduzieren OHNE direkt wieder neu nachzukaufen...

    LG, Franziska

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  15. Tolltolltoll.

    Ich fühle mich jetzt nach deinem Beitrag auch richtig gut.
    Ich musste ziemlich lachen, als ich deine Punkte durchgegangen bin, weil ich einfach der Meinung bin, dass wir so eine starke Community sind, dass uns die Vorurteile nichts können.

    Ehrlich Leute. Ich habe noch nie eine so große Gruppe von Menschen gesehen, die sich online vernetzten und trotzdem total freundlich, hilfsbereit und ernsthaft miteinander umgehen.

    Wir können stolz sein, dass wir Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft sind. Ich bin es jedenfalls.

    LG
    Steffi♥

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  16. Hey!

    Ich bin grade über Anrubas Link auf deinen Beitrag aufmerksam geworden. Haha, und ich musste auch grinsen, die meisten dieser Vorurteile hab ich auch schon gehört - gelesen und getrost ignoriert :D

    Aber Vorurteile wird es immer geben, egal in welchem menschlichen Bereich, das haben wir glaub ich einfach so in uns ^^ Du hast es auf jeden Fall toll zusammengefasst und im Prinzip sollten wir einfach über diesen ganzen Aussagen drüberstehen ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

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