Dienstag, 22. März 2016

[BUCHREZENSION] Für immer Hollyhill

Titel: Für immer Hollyhill
OT: -
Autor/in: Alexandra Pilz
Übersetzer/in: -
Genre: YA Fantasy
Buchreihe: Hollyhill #3
Zur Verlagsseite:







Alexandra Pilz hat am gleichen Tag Geburtstag wie Jane Austen. Die Journalistin liebt England, hat eine Schwäche für komplizierte Liebesgeschichten, lebt mit Mann und Katze in München und träumt von einem Cottage in Cornwall. Ihr Debütroman "Zurück nach Hollyhill" war ein großer, von Publikum und Presse gefeierter Erfolg.




Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 384
Verlag: Heyne (fliegt)


Englisch
Deutsches
Original




Ich mochte es, ABER...das große ABER...


Kurzbeschreibung

Zwei Mal schon hat Emily mit dem englischen Dorf Hollyhill Abenteuer in anderen Zeiten erlebt. Doch jetzt ist sie schweren Herzens nach Hause zurückgekehrt, wild entschlossen, ihre große Liebe Matt zu vergessen und einfach ein ganz normales Leben zu führen. Ein Leben mit ihrer Oma und ihrer besten Freundin Fee. Aber wo steckt die eigentlich? Sie wird doch nicht …? Doch, Fee ist kurzerhand in den Flieger gestiegen und hat Hollyhill gefunden. Und noch während sich Fee in den umwerfend charmanten Cullum verguckt, reist der Ort in die wilden Zwanzigerjahre. Emily muss hinterher! Denn dort lauert große Gefahr: Matt ist dabei, eine riesige Dummheit zu begehen. Nicht nur sein Schicksal, sondern das von ganz Hollyhill steht auf dem Spiel. Kann Emily das Dorf und den Jungen retten, den sie über alles liebt?
Buchgestaltung
Auch das Cover vom dritten Band ist wieder richtig gelungen! Es passt zur Reihe und ich mag die Farben super gerne. Für den Titel gilt dasselbe. Allerdings ist das ganze Motiv irgendwie etwas „weihnachtlich“, wie ich finde und das hat doch eher weniger mit dem Inhalt bzw. der Jahreszeit im Roman zu tun. Das hätte man sogar noch ein bisschen mehr rausholen können.
Meinung

Ich bin ein ganz großer Hollyhill Fan und ich mochte die ersten beiden Bände sogar fast lieber als z.B. die Edelstein Trilogie. Für mich waren die Romane witzig, charmant und spannend und ich mochte Alexandra Pilz Schreibstil unheimlich gerne. Viel hat sich daran in Band 3, dem Abschluss der Reihe, nicht geändert, aber ich habe doch einige Kritikpunkte anzubringen. Mir hat der dritte Band ganz gut gefallen, aber „ganz gut“ ist eben nicht wundervoll und lustig und so toll wie ihre anderen Bücher und das hat auch seine Gründe.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich beim Lesen enorm das Gefühl hatte, dass dieser Band irgendwie...unnötig ist. Zwar war der Abschluss vom zweiten Teil doch sehr offen und spannend, aber der Plot von „für immer Hollyhill“ hat echt nicht viel hergegeben. Falls ihr euch erinnert: Fee taucht am Ende vom letzten Band, kurz nach Emilys Abreise dort auf und man bleibt mit der Frage zurück, was passieren wird. Außerdem hofft man auch auf eine Liebesgeschichte zwischen Fee und Cullum. Irgendwie hatte ich die Erwartung, dass sich Band drei also ganz viel um die beiden dreht und nebenbei vielleicht noch das ein oder andere Rätsel um das Zeitreise-Dorf gelöst wird. Stattdessen ist die Geschichte etwas wirr gewesen. Emily kommt total schnell wieder, aber Matt ist aus unerfindlichen Gründen verschwunden. Das Dorf spielt verrückt und nun können auch Leute einzeln durch die Zeit reisen, während Emily Geister der Vergangenheit sieht und alle sich Sorgen um Hollyhill und dessen Magie machen. Als Leser fragt man sich doch immer öfter: musste das sein?

An sich fand ich die Idee ganz nett, dass das Dorf verrückt spielt und man durch die kleinen neuen Rätsel vielleicht einer besonderen Logik auf die Spur kommt, die das Dorf antreibt oder das ganze Zeitreise-Erbe angeht – leider nicht. Die Begründungen waren teils sehr vage, obwohl die Figuren sich dasselbe fragen, wie der Leser. Der Autorin war also durchaus bewusst, welche neuen Probleme sie hier anreißt, aber abgeschlossen oder gar zufriedenstellend beendet wurde das neu angefangen meiner Meinung nach nicht. Dabei geht es jetzt auch gar nicht groß um ungereimte Stellen, aber ich habe einfach keinen roten Faden in dem Ganzen erkannt. Alte Konflikte neu zu behandeln...mhh. Und dann die Sache mit Matt. Matt ist einfach das ganze Buch über weg und Emily ein Schatten ihrer selbst. Sie handelt und denkt auch recht wenig wie die Emily, die man in Band 1 und 2 hat kennen und lieben lernen dürfen.

Die Geschichte wechselt dieses Mal zwischen den Sichten. Mal ist Emily dran, dann Fee, hin und wieder auch Matt oder jemand anderes – zumindest hat sich das alles sehr viel allgemeiner gelesen, als in den Bänden zuvor. Dadurch habe ich auch den Bezug zu Emily und ihren Gedanken verloren, was super schade war. Fee war mir einfach nicht so lieb, wie Emily. Sie ist zwar exzentrisch und hat auch ihre guten Momente, aber die meiste Zeit klebt sie an Cullum wie ein liebeskrankes Haustier. Im Ernst. Man hätte die Story zwischen den beiden so wundervoll über das Buch aufbauen können, doch die Autorin setzt einen lieber vor vollendete Tatsachen. So, die beiden mögen sich jetzt – fertig! Dabei gab es schon süße und witzige Szenen zwischen den beiden, aber ich habe die Gefühle der zwei einfach nicht verstanden. Besonders Cullum ist doch immer eher der verschlossene Bad Boy gewesen und nicht jemand, der sich total schnell öffnet und verliebt. Irgendwie verschenktes Potenzial.

Die Rückkehr ins Dorf der Zeitreisenden hat mir aber gefallen. Ich fand es schön, dass man wieder nach Hollyhill konnte, denn das Dorf und seine Bewohner haben nichts von ihrem Charme einbüßen müssen. Der ganze Konflikt, den Emily mit sich austrägt fand ich auch sehr gut umgesetzt. In Hollyhill bleiben, gehen, für Matt da sein, ihre Großmutter verlassen? Hier habe ich richtig mitgefiebert und wusste auch nicht, wie Emilys Entscheidung am Ende ausfallen würde. Den Abschluss fand ich deshalb umso schöner. Die Autorin hat es wundervoll hinbekommen einen zufrieden zurückzulassen.

Doch so sehr ich einige Figuren und Hollyhill auch mochte, umso weniger gefiel mir einfach die Gesamthandlung. Es gab keinen Gegenspieler, keine Action, nur wirre Fragen und die komische Maschine, die anscheinend alles bestimmt. Mir hat da einfach das große Ganze gefehlt. Ein plausibler Grund, wieso passiert, was passiert und so gab es am Ende auch kein wirkliches Finale. Vieles hat sich gezogen und war sogar – ich wills gar nicht sagen – langweilig. Ich habe gelesen, dass die Reihe von Anfang an als Trilogie geplant war, aber so fühlte sich das überhaupt nicht an. Eher, als würde man noch einmal um des Zurückkehrens eben zurückkehren.

Natürlich hatte das Buch auch gute Seiten. Die Ideen der Autorin sind originell, die Recherche für die vergangenen Zeiten sind sehr authentisch gewesen. Dank des flüssigen und wortgewandten Schreibstils flutscht man auch schnell durch die Story und bleibt nicht irgendwie hängen. Emily ist nach wie vor meine Lieblingsfigur der Reihe, da konnten die anderen nicht mithalten. Die Autorin kann schreiben und Figuren konstruieren, nur am Plot hat es gemangelt.




Der Abschluss der Hollyhill Reihe lässt mich schweren Herzens doch enttäuscht zurück. Eine etwas wirre Handlung, ohne roten Faden, viel zu schnell abgehandelte Gefühle und dann noch Matts Abwesenheit – all das waren Dinge, die mir persönlich nicht gefallen haben. Zwar ist das Buch noch immer konstant gut und unterhält, aber weit von einem epischen Finale entfernt. Wenn man sich besser mit ruhigen Geschichten anfreunden kann, dann gefällt einem der letzte Band der Reihe sicher besser. Im Vergleich zu den Vorgängern lässt sich aber nicht leugnen, dass dies der schwächste Teil ist :(


Kommentare:

  1. Da kann man dir einfach nur komplett zustimmen. Ich war nach diesem Buch einfach nur ... verwirrt!

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  2. Da kann man dir einfach nur komplett zustimmen. Ich war nach diesem Buch einfach nur ... verwirrt!

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