Mittwoch, 20. April 2016

[BOOKTALK] Lady Renegades (Rebel Belle Trilogy)


Meine Rezension zu...




ACHTUNG: dieser Booktalk enthält Spoiler zur Reihe! 


Ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung, wie ich jemals glauben konnte, dass der letzte Band der Reihe noch irgendetwas herumreißen könnte. Ich habe Rebel Belle damals echt GELIEBT. Ich fand es so wundervoll und war so begeistert von diesem Buch, dass ich dachte: klar, die Reihe wird Bombe sein! Nachdem mir schon der zweite Band so richtig auf den Nerv ging und ich mehrmals kurz vorm ausrasten wegen diverser Sachen stand, fasse ich es ja kaum sagen zu können, dass der dritte und abschließende Band NOCH SCHLECHTER war.

Man muss sich an dieser Stelle noch mal vor Augen halten, dass ich ein riesen Fan der Autorin bin und bisher alle ihre Romane unglaublich gerne gelesen habe. Ich fühle mich richtig schlecht, als würde ich hier Rachel Hawkins irgendwie im Stich lassen, aber ich möchte natürlich meine ehrliche Meinung teilen – auch einfach, um mir den Ärger von der Seele zu tippen xD

Dieses Buch habe ich als „Buddy-Read“ zusammen mit der lieben Amelie gelesen, die mir beigestanden hat, sonst hätte ich das nicht geschafft. Und wir reden hier von einem Buch, nicht der Apokalypse, Leute, aber diese Story kostet Nerven. Ganz viele Nerven und irgendwie fühle ich mich echt verarscht.

Fangen wir einfach mal da an, wo es mich spontan hinträgt!

1) Hallo Logik, Tschüss Logik...Sekunde, warst du überhaupt da?

Schon allein wie das Buch anfängt. Harper sitzt seelenruhig zusammen mit Bee im Country Club am Pool und langweilt sich. SIE. LANGWEILIGT. SICH! Man beachte bitte, dass ihr ach-so-geliebter Freund David am Ende von Band zwei verschwunden ist, weil er mit seinen Kräften die ganze Welt in Gefahr bringt. Und statt ihn zu suchen, statt ihm zu helfen, chillt Protagonistin Harper mit ihrer BFF am Pool herum und redet über Frisuren und darüber, wie langweilig die Ferien doch werden...ehm, ja. Was soll man dazu sagen? Ich fand es schon richtig krass, wie sehr die Autorin ihre Protagonistin als Pute, ohne Emotionen dargestellt hat. Mal ganz abgesehen davon, dass Bee ja auch noch so ein Fall für sich ist, wo sie Harper doch verraten und hintergangen hat...wie kann sie also mit der am Pool chillen, statt der Person zu helfen, die sie LIEBT? 

Hat Rachel Hawkins ihre Beziehungstipps aus der Bravo? Finden das BOYS etwa toll, wenn GIRLS sie ignorieren oder so einen Bullshit? Sorry, aber dieser ganze Anfang war genauso scheiße wie das Schmierblatt, was man für 1,40€ an der Tanke kaufen kann. Kurz darauf wird Harper in den Umkleiden angegriffen. Ein Mädel ist da, um sie abzumurksen – angeblich vom Orakel aka. David geschickt. Entsetzlich müsste man meinen? Harper hat wohl vorher ein paar Valium zu viel inhaliert, denn der Guten macht das nichts aus. Sie wundert sich nur. Haha...ich hab mich auch gewundert, sage ich euch.

Kurz darauf beschließt sie gleich mit ihrer BFF und ihrem Ex in Davids Haus einzubrechen, damit sie dort nach Hinweisen suchen, um ihn zu finden. YAY – endlich! Nachdem der Junge WOCHEN verschwunden war, aber anscheinend arbeiten die Gehirne von magischen Wesen wie „Mage“ oder „Paladin“ nur in den Ferien. Die Aktion war übrigens so schwachsinnig wie sie klingt. Überhaupt gab es KEINE RICHTIGEN ERKLÄRUNGEN zu Davids „Verschwinden“. Das voll möblierte Haus ist ja kein Indiz, das etwas nicht stimmt...oder die Tatsache, dass er sich nicht von der Schule abgemeldet hat oder irgendetwas von seinem Kram mitgenommen. NÖ. Stattdessen glauben die Behörden einfach was sie wollen, ohne Fragen zu stellen oder Antworten zu suchen. 

Was darauf folgt ist ein Road-Trip der Langweile. Plötzlich taucht nämlich Blythe auf – die war ja vorher eigentlich „böse“, aber okay, in der Zeitung stand, dass einige Mädchen einem seltsamen Jungen begegnen und danach keine Erinnerungen mehr haben. Und weil Blythe so gerne Detektivin spielt bietet sie Harper und Bee auch gleich an mit den beiden nach David zu suchen und obendrauf noch einem Zauber, der ihm helfen soll seine übergigantischen fett geilomatischen Kräfte im Zaun halten zu können. So ziehen die drei Mädels sinnlos durch die Gegen, während Blythe ihre „Magie-Antenne“ ausfährt und mal hier und da irgendetwas erspürt, was die drei zu seltsamen Orten führt. Im Grunde fahren sie nur durch die Gegend und sämtliche Erklärungen waren so sau dumm und unlogisch, da macht es mehr Spaß sich mit einer Bratpfanne eins überzuziehen als so einen Dreck zu lesen, der uns als „Unterhaltung“ verkauft werden soll. 

Von dem ganzen Ende will ich gar nicht anfangen. Meine Fresse hat mich das alles abgefuckt!!! Harper killt David am Ende nämlich mit einem Schwert, weil es keine andere Möglichkeit gibt. Das war so seltsam. Die ganze Zeit suchen die Mädchen nach einem Zauber, um David zu helfen und dann beschließt Harper plötzlich in Eigenregie Blythe links liegen zu lassen, weil ihre scheiß Liebe könnte David ja zur Besinnung bringen. Ja, sicher. Natürlich machen die beiden beim Wiedersehen erstmal schön rum und dann läuft David Amok. Harper killt ihn also, um anschließend ihrer dummen Freundin das Leben zu retten. Die sollte eigentlich draußen warten, kommt dann aber doch in die Hölle und naja...David tot. Das Beste ist auch noch, dass Harper nach dieser ultra-krassen Entscheidung einfach nur sagt: lass uns nach Hause gehen.

WHAT THE FUCK PUTE.
Du hast deinen Freund gekillt. EMOTIONEN WO SEID IHR???

2) Figuren? Gibbet hier nicht. Nur weiße Blätter. HUI!

Mich hat es schon tierisch in „Miss Mayhem“ aufgeregt, dass die Figuren kaum noch ein Schatten ihrer selbst sind, aber hier war das echt hardcore. Harper ist einfach dumm. Eine der dümmsten Puten, von denen ich jemals in Büchern lesen musste. Sie denkt nur über Nichtigkeiten nach und macht Aussagen ne...da will man echt ne Melone nach ihr werfen. Zum Beispiel:

„Wir müssen aber in zwei Wochen wieder von unserem Road-Trip, um David und die Welt zu retten wieder da sein. Ich brauche Zeit, um mich auf den Unterricht vorzubereiten. Man muss Prioritäten haben!“ ← WAS? WAS WAS WAS! Das steht da tatsächlich so im Buch!

„Ryan war ja so hot und süß, aber wir sind nur Freunde und mir macht es gar nichts aus, dass er nun mit Bee ausgeht. Ich bin so erwachsen.“ ← So was steht gefühlte 5000 auf jeder Seite. Gut, dass es Harper nichts ausmacht. Denn Menschen, denen so was etwas ausmacht betonen das ja auch immer...NICHT!

Harper hat auch ständig über so Sachen nachgedacht wie ihre „schwachen magischen Kräfte“, wofür es ZERO BEWEIS gab....oder halt darüber, dass die Betten in den Motels so IHHHHH sind. Im ersten Band war sie so kick-ass und clever und witzig...aber pfff, solche Eigenschaften braucht ja keiner.

Bee. Unnötig. Mehr sage ich dazu nicht. Man hätte Harper auch einen Affen auf die Schulter setzen können und es hätte keinen Unterschied gegeben. Ryan. Same here. Der war nur da, um den Schnitt der Hotness anzuheben – David war ja die ganze Zeit weg und hat Voodoo an Mädchen geübt.

Und Blythe? Ich finde ja, man hätte das Buch „Blythe macht alles allein“ nennen können, denn das trifft es perfekt. Sie liefert Infos, sie findet Hinweise, sie rettet Harper mehr als einmal den Arsch. Dabei ist Blythe selber ein blasser Stereotyp mit Null Tiefe oder Sympathiepunkten, aber sie war das Beste am Buch. 

3) Das NICHTS hat einen Namen: Lady Renegades!

Ey, keine Ahnung, aber allein der Titel ist ja schon so scheiße. Ich finde auch immer noch, dass es Lady Renegade heißen müsste, um irgendwie grammatikalisch korrekt zu sein xD Der Plot im Buch ist jedenfalls nicht da. Es war so schnarchfurzlangweilig einfach. Der Roman hatte auch gerade mal 260 Seiten und das ist mega kurz. Kaum liest man eine Minute hatte man so 5% von der Geschichte durch und ich hab so dumm aus der Wäsche geglotzt, als ich die Prozentanzeige vom Kindle gesehen habe. Man wartet einfach die ganze Zeit auf den Sinn oder eine epische Offenbarung. Aber David aka das Orakel versteckt sich einfach in einer Höhle, um da irgendwie seine Kräfte zu boosten. Keine Ahnung, wieso eine Höhle und so. YOLO! Man stellt sich beim Lesen auch einfach soooooo viele Fragen. Mein Kopf tut weh. Wenn ich einen Brief mit Fragen an Rachel Hawkins schicken müsste, wäre der länger als diese Rezensionen hier und die hat schon über 1300 Wörter an dieser Stelle.

Das Ende ne...nochmal zum Ende. Im Epilog kommt David wieder an die Schule von Harper – ohne Erinnerungen und die beiden sehen sich wieder. Und da gab es diesen winzigen Moment, wo man hofft, aber BAM, das Buch ist dann ja abgeschlossen. Ich werde immer noch von Bildern in meinem Kopf heimgesucht, wo auf einmal Blythe da steht und sagt: ich habe ihn wiederbelegt, bittöööö! Aber auch das kann keine Gefühle in Harper auslösen. Oder beim Leser. Die Lektorin hat das Buch wohl betrunken editiert. 

Es hat sich aus-ge-Rebel-Belle-t und das ist auch gut so. 
Leute, fangt diese Reihe nicht an. Wirklich. Ihr werdet euch selber leid tun.

1 Kommentar:

  1. Hey Tanja,
    die Rezension ist geil. Punkt.
    ABer ... oh man, ich mochte Hex Hall soooooo gerne, und finde es voll schade, dass ihre neue Reihe wohl mehr ein Upfucker als ein WTF ist :(

    LG ♥
    Anna

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