Montag, 9. Mai 2016

[Kurzeindruck] 5x Magellan-ish Lesen - Mit anderen Worten: ich


Worte sind nicht Samanthas Freunde. Im Gegenteil: In endlosen Gedankenschleifen verfolgen sie Sam und hindern sie daran, ein normales, unbeschwertes Leben zu führen. Aus Angst, als verrückt abgestempelt zu werden, verheimlicht Sam ihren täglichen Kampf sogar vor ihren Freundinnen. Nur die unkonventionelle Caroline sieht hinter Sams Fassade und lädt sie ein, sich einem geheimen Dichterklub anzuschließen. Hier erlebt Sam zum ersten Mal die befreiende Kraft von Worten und kommt sich seit langer Zeit selbst wieder nahe. Als sie sich in den klugen, zurückhaltenden AJ verliebt und gerade beginnt, vorsichtig auf ihr neues Glück zu vertrauen, stellt eine unerwartete Entdeckung alles infrage.

Mein Eindruck in 5 Sätzen:

1) Der Schreibstil des Buches war sehr angenehm zu lesen.
2) Die Idee mit den Gedichten gefiel mir unheimlich gut.
3) Sam war eine interessante Protagonistin und etwas anders.
4) Auf viele Konflikte wurde einfach nicht genug eingegangen.
5) Die Auflösung am Ende fand ich etwas zu haarsträubend.

Etwas ausführlicher:

Mit anderen Worten: ich war ein Roman, der mir sehr zwiegespalten zurücklässt. Einerseits mochte ich die Protagonistin sehr gerne und die Autorin hat sie hier eine tolle Entwicklung durchmachen lassen, anderseits fand ich, dass zu wenig der Fokus auf Sams Krankheit lag und diese nicht wirklich realistisch dargestellt wurde. Die Idee Gedichte als Sprache des Herzens und der Gefühle einzusetzen gefiel mir mit am besten. Besonders die Parts, in denen man diese auch zu lesen bekommt fand ich unheimlich schön und der ganze "Dichterclub", der im geheimen Kellerraum der Schule agiert war eine tolle Idee, die ich noch nicht 100x irgendwo gelesen hatte. Ich mochte auch den Verlauf und die Atmosphäre der Geschichte wirklich. Allerdings fand ich auch, dass die Autorin gerade durch die Wende am Ende wieder dieses Bild von "Mädchen wird durch Liebe geheilt/ein anderer Mensch" vermittel hat und das mag ich einfach nicht. Ich finde, Sam hätte mit einer echten Freundin an ihrer Seite besser dagestanden, als mit einem Boyfriend am Arm. Dafür war alles in dem Buch sehr dezent. Es gibt kein Geschmachte, kein maßloses Drama - alles hatte seine Grenzen und diese wurden gut abgesteckt. Ich wünschte, die Autorin hätte sich nicht zu sehr auf Sams Krankheit gestützt, um vieles zu begründen und die Details dieser realistischer ausgeführt, aber alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten. Wer ruhige Geschichten mag, die starken Fokus auf die inneren Monologe der Protagonistin legt, der wird das Buch wahrscheinlich noch mal besser finden, als ich :D


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...