Samstag, 6. August 2016

[BUCHREZENSION] Harry Potter and the cursed Child





Based on an original new story by J.K. Rowling, John Tiffany and Jack Thorne, a new play by Jack Thorne, Harry Potter and the Cursed Child is the eighth story in the Harry Potter series and the first official Harry Potter story to be presented on stage. The play will receive its world premiere in London's West End on 30th July 2016. 

It was always difficult being Harry Potter and it isn't much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband, and father of three school-age children. While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places. 


► Autor/in: JK Rowling, Jack Thorne, John Tiffany ► Genre: Theaterscript 
► Reihe: Einzelband ► Verlag: Little Brown ► Seiten: 343  ► Hardcover, mit Schutzumschlag - 19,99€ ► Kaufen: bei Amazon



Wie viele Harry Potter Fans war ich sehr skeptisch, als bekannt gegeben wurde, dass es "weiter" gehen soll. Für alle Leser, die keine Chance haben sich das Originaltheaterstück in London anzuschauen ist das Script in Buchform immerhin die Chance die Geschichte in den Fingern halten zu können und das ist schon mal etwas, was ich sehr gut finde. Ich habe lange Zeit vor Erscheinen darüber nachgedacht, ob ich das Script lesen möchte. Die vielen Zweifel in meinem Kopf waren dagegen - besonders, weil JK Rowling eben nicht diejenige ist, die das Script geschrieben hat, es lediglich auf ihren Ideen basiert. Als ich das Buch dann aber in der Buchhandlung sah, konnte ich nicht daran vorbeigehen. Im Zug habe ich angefangen die ersten "Kapitel" zu lesen und mit einem Mal war ich zurück in einer Welt voller Magie, voller vertrauter Figuren und einem spannendem neuen Abenteuer.

JA - das hier ist KEIN achtes Buch. Und JA - die Figuren haben sich verändert. Sie sind nicht mehr die Charaktere, die wir über Jahre hinweg in sieben Büchern begleitet haben, ABER sollte man dem Script deshalb erst gar keine Chance einräumen? NEIN. Viele Fans waren sehr wütend und beschimpfen das Script als schlechte Fan Fiction, aber ich bin da anderer Meinung. Ich denke, dass nichts - wirklich absolut nichts - was JK Rowling absegnet schlecht sein könnte. Diese Autorin hat alle Freiheiten der Welt, wieso sollte sie da etwas gut heißen, dass nicht annähernd an ihre Romane herankommt? Darauf habe ich gesetzt und genau so ist es dann auch gewesen, denn ... das Script ist gut.

Ich sage extra gut und nicht überragend, weil ich selbst eine Woche nach dem Lesen immer noch über eine Wertung nachgrüble. Harry Potter and the cursed Child ist eben KEIN Roman, sondern ein Script. Beschreibungen, Überleitungen usw. fallen weg, es wird fast ausschließlich auf Dialoge gesetzt, die das Ganze tragen und so gibt es oftmals keine Erklärungen zu Umständen und ich bin auch nicht immer mit der Logik einverstanden gewesen. Der erste Part des Scripts gefiel mir am besten. Wir lernen die Kinder von Harry, Ron und Hermine und Draco sehr gut kennen, wobei besonders Dracos Sohn Scorpius überrascht und der sympathischste Charakter des ganzen Stücks ist. Die Tochter von Ron und Hermine war einfach fürchterlich nervig und ich war froh, dass sie keine besondere Rolle gespielt hat. Das Witzige ist, dass ich mir wirklich vorstellen kann, dass das Kind von Ron und Hermine genau SO wird: intelligent, aber ober-putig wegen all der Arroganz. Überhaupt finde ich, dass die Persönlichkeiten der Kinder sehr gut getroffen wurden. James - tja, genauso habe ich mir immer Harrys Vater als Kind vorgestellt, da macht sein Sohn dem Name alle Ehre. Die Hauptrolle spielt aber Albus, der mit seiner zurückhaltenden, ruhigen Art mal etwas ganz anderes war. 

Gleich zu Beginn freundet er sich mit Scorpius an und diese Freundschaft ist es auch, was die Geschichte trägt und so wunderbar macht. Ich möchte nicht Spoilern, aber die Dialoge und Szenen mit den beiden waren großartig! Da steckte enorm viel Herz und Witz drin und ich habe einfach total mitgefühlt - von ihrer ersten Begegnung, bis ganz zum Schluss.

Harry, Ron und Hermine waren hier ganz anders, als man sie kennt. Besonders Harry war ein Erwachsener, der nicht gerade bei mir punkten konnte, denn seine grobe und verschlossene Art passten nicht zu dem, was ich mir für seine Zukunft immer vorgestellt habe. Aber selbst, wenn sich Figuren hier daneben benehmen, so versteht man sie am Ende tatsächlich besser und eine Entwicklung ist spürbar. Die vielen Ereignisse aus den sieben Harry Potter Bücher sind eben an niemanden von ihnen vorbeigegangen. Außerdem bekommt man hier auch sehr viel geboten, was die Beziehung zwischen Ron und Hermine angeht, was einige Fans sicher freuen wird. Ich fand Ron...naja, etwas dumm xD

Was den Plot betrifft so hat dieser von allem etwas: Magie, Freundschaft, Liebe, Verrat, Gefahr und sogar Zeitreisen. Für mich war das Meiste davon stimmig und unterhaltsam. Ich hatte Spaß beim Lesen, bin durch die Scriptseiten schneller geflogen, als Harry auf seinem Besen, bei der Suche nach dem goldenen Schnatz. Ich wette, als Theaterstück - mit Musik und mehr Atmosphäre - wäre ich völlig hingerissen gewesen. Allerdings gab es auch echte "Plotholes", die man auch nicht übersehen kann, wenn man beide Augen zudrückt. Natürlich hat das Argument "dies ist ein Script, kein Buch" Gewicht und das weiß ich auch, aber besonders im zweiten Part ging so vieles Schlag auf Schlag und mir haben einfach die Informationen gefehlt, die alles abrunden und eben logisch machen - sowohl zeitlich, als auch Charakter-bezogen. Viele Ideen und Entscheidungen im Script konnte ich nämlich einfach nicht verstehen. Sie erschienen mir teils an den Haaren herbeigezogen und teils waren mir 1-2 Entwicklungen schier unverständlich, nach sieben Jahren Hogwarts mit Harry und allem, was man über JK Rowlings Figuren und Welt so inhaliert hat.

Dennoch - das Script lohnt sich für Fans. Es ist schön in eine bekannte Welt eintauchen zu dürfen. Es liest sich mal locker-leicht, dann wieder düster. Die Ideen sind interessant und spannend umgesetzt. Und all das, obwohl man so gut wie nur Dialoge liest - diese gehen einem nach einer Weile echt in Fleisch und Blut über. Ich finde, die Leute, die daran mitgearbeitet haben, haben einen tollen Job geleistet all die Gefühle und Dinge festzuhalten, die man als Fan so sehr an den Harry Potter Büchern liebt. Mein Herz ist furchtbar nostalgisch beim Lesen geworden und ich habe fast ein Tränchen verdrückt. 


Harry Potter and the cursed Child ist vielleicht kein achter Band, wie sich Fans ihn gewünscht haben, aber dennoch kann das Script als etwas neues eigenständig punkten. Mit interessanten Einblicken, einem starken Ensemble an Figuren, vielen Witzen und auch düster-nostalgischen Momenten erlebt man beim Lesen ein unterhaltsames Abenteuer, das Fans ans Herz geht und wirklich keine schlechte Fan Fiction ist - versprochen! 


Kommentare:

  1. Also mir ging es auch so, dass es mir sehr gefallen hat. Ja es hat ein paar Schwächen und es mag auch nicht alles perfekt Sinn machen. Aber bei Büchern mit Zeitreiseelementen ist logische Perfektion auch nahezu nicht zu schaffen. Mit Ron ist mir auch aufgefallen ;)

    Aber es hat mir einfach so viel Spaß gemacht und es war wundervoll zurückzukehren. Für mich war es auf seine Art und Weise perfekt. Ich hoffe, dass ich vielleicht irgendwann Gelegenheit habe das Stück zu sehen.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Ich glaube einfach, wenn man das als "richtiges" Stück sieht wirkt es halt auch anders. Und ein Script kann man ja sowieso nicht wie ein "richtiges" Buch bewerten. So einige Dinge bleiben aber trotzdem als Störfaktor hängen, aber muss ja nicht viel heißen :D

      Ich wünsche mir auch, es mal live zu sehen. Drücke dir da auch die Daumen. Vielleicht gibt es ja irgendwann doch einen Film dazu, in dessen Genuss wir alle kommen :-)

      LG, Tanja

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  2. Hmm, ich habe mir das Buch gestern auch bestellt und bin echt gespannt, ob es mir gefallen wird... Hatte anfangs auch meine Zweifel, ob mir das Buch in Script-Form gefällt, aber bei Harry Potter kann ich einfach nicht nein sagen.

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    1. Wer kann schon bei Harry Potter nein sagen? Niemand! Naja, einige schon xD Ich hoffe, es gefällt dir. Ich fand, dass man sich doch erstaunlich schnell an den "Stil" gewöhnt und die Stimmen der Figuren dann einfach im Kopf hat :-D

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  3. Ich habe einige Spoiler zu dem Buch gelesen, die mir von vorneherein die Lust verdorben haben, es zu lesen. Meine Schwester hingegen war völlig begeistert und fand es schade, dass sie mit mir nicht drüber reden konnte. Als jemand, der aktuell eine Zeitreise-Fanfiction zu Harry Potter schreibt, konnte ich über ein Buch mit Zeitreise-Plot nicht milde hinwegsehen, wenn die Zeitreise schlecht gemacht ist. Zumindest aus den Spoilern heraus entstand bei mir der Eindruck, dass dieses Element falsch eingesetzt wurde. Vielleicht kannst du dazu was sagen? Deine Meinung würde mich sehr interessieren :)

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    1. Buhhh, Spoiler! :P Spoiler sind bööööse! Ein Freund von mir hat vorab auch viele Spoiler gelesen, über die wir dann heißt diskutiert haben. Wir waren vorab auch der Meinung, dass diese "Spoiler-Ideen", sollten sie echt sein, richtig bescheiden sind ... allerdings konnte mich das Script wirklich überzeugen. Ich finde bezüglich der "Zeitreise" war halt die größte Problematik, dass man eben 7 Bücher von JK Rowling im Kopf hat und das "achte Buch" auf einige Details nochmal Bezug nimmt, was wiederum nicht ganz stimmig war. Schlecht gemacht war es wirklich nicht, aber es fehlten eben einige Informationen - die es in einem richtigen Buch gegeben hätte. So wäre dann alles runder gewesen. Naja :D

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