Samstag, 1. Oktober 2016

[BUCHREZENSION] Stealing Snow



Seventeen-year-old Snow lives within the walls of the Whittaker Institute, a high security mental hospital in upstate New York. Deep down, she knows she doesn't belong there, but she has no memory of life outside, except for the strangest dreams. And then a mysterious, handsome man, an orderly in the hospital, opens a door - and Snow knows that she has to leave ...She finds herself in icy Algid, her true home, with witches, thieves, and a strangely alluring boy named Kai. As secret after secret is revealed, Snow discovers that she is on the run from a royal lineage she's destined to inherit, a father more powerful and ruthless than she could have imagined, and choices of the heart that could change everything. Heroine or villain, queen or broken girl, frozen heart or true love, Snow must choose her fate ...A wonderfully icy fantastical romance, with a strong heroine choosing her own destiny, Danielle Paige's irresistibly page-turning Snow Queen is like Maleficent and Frozen all grown up.

► Bisher nicht übersetzt ► Autor/in: Danielle Paige  Genre: YA Fantasy ► Buchreihe: Stealing Snow, Band 1 ► Verlag: Bloomsbury ► Seiten: 384 ► Gebundene Ausgabe, mit Schutzumschlag - 15,95€ oder Taschenbuch - 8,99€ ► Kaufen: bei Amazon /beim Verlag



Seit ihrer "Dorothy Must Die" Reihe bin ich ein großer Fan von Danielle Paige und habe mich daher sehr auf den Start ihrer neuen Reihe gefreut. Stealing Snow ist eine Mischung aus einem Retelling von "Die Schneekönigin", mit einigen Elementen aus "Schneewittchen". Dass Danielle Paige sehr originelle Ideen in eine bereits vorhandene Story einweben kann, hat sie mir mehrmals bewiesen, aber hier wollte es mir nicht so recht gefallen. Nach dem Lesen fallen mir einfach immer mehr und mehr Unstimmigkeiten auf - sehr schade.

Zunächst einmal fand ich den Anfang sehr spannend. Man bekommt eine bereits vergangene Situation in einer Art Prolog geschildert und ich fand den Schreibstil und die Atmosphäre gleich richtig toll. Doch schon nach wenigen Kapiteln stellte sich bei mir das seltsame Gefühl ein, dass die Autorin dieses Buch ohne viel nachzudenken geschrieben hat. Snow ist 17 Jahre alt und lebt seit etlichen Jahren in einer Art psychiatrischen Einrichtung für Jugendliche mit psychischen Erkrankungen. Snow ist dort gelandet, weil sie als kleines Mädchen durch einen Spiegel gehen wollte und sich selbst, sowie eine Freundin dabei verletzt hat. Klingt komisch? War für mich auch keine richtige Begründung. Ich möchte nicht spoilern, denn später erfährt man etwas mehr über die Motive einer bestimmten Person Snow dort festzuhalten, aber meiner Meinung nach hat das nicht ausgereicht. Wenn es um das "Mentall Illness" Thema geht MUSS man einfach mehr Wichtigkeit auf Details legen. Das war alles ziemlich unrealistisch und schlecht geschildert. Auch die anderen Patienten dort wurden ziemlich knapp abgehandelt. XY beißt, also ist sie ein Psycho und muss eingesperrt werden - jo, alles klar!

Was ich auch sehr irritierend fand - durchs ganze Buch - waren die seltsamen Verhältnisse von Snow zu den männlichen Figuren. Davon gibt es insgesamt drei, die ihr alle irgendwie nahe kommen, was mir schon mal waaaaaay too much war. Zum einem hätten wir da Bale, der Kindheitsfreund von Snow, der mit ihr in der Einrichtung lebt und der sie so akzeptiert hat wie sie eben ist. Snow liebt ihn über alles - obwohl er ihr in einem seinen "Anfälle" den Arm gebrochen hat. Für mich auch äußerst missverständlich, wie solch ein Zwischenfall nicht ein wenig zum nachdenken anregen kann. Wir sprechen hier immerhin von körperlicher Gewalt gegen ein junges Mädchen. Dann gibt es noch Kai. Den trifft Snow später auf "der anderen Seite" und schnell teilen beide einen Kuss ... der wie aus dem Nichts kam. Die beiden kennen sich kaum zwei Tage und schon knistert es. Nö einfach. Dritter im Bunde ist Jagger, der Junge, der Snow aus der Einrichtung "rettet" und ihr eine ganz neue Welt offenbart. Zuerst mehr ein Mittelsmann, der die Handlung in die richtige Bahn lenkt, wächst er einem durch die Story immerhin mehr ans Herz als Bale oder Kai. Doch, dass Snow auf einmal auch für ihn Gefühle hat ...uff, anstregend! Man muss der Autorin allerdings zugute halten, dass Snow nicht wild mit jedem rumknutscht, aber die nervigen Gedanken haben auch zur Genüge gereicht.

Mal abgesehen von diesen Kritikpunkten war auch das Setting nicht gerade super. Worldbuilding war kaum vorhanden. Es gibt unsere Welt, es gibt eine hinter dem Spiegel, die ein wenig wie bei Frozen im ewigen Winter versinkt, weil der König ein Tyrann ist. Snow kommt dort an und wird (ähnlich wie bei Dorothy Must Die) von einer Art Rebellen Gruppe aufgenommen und trainiert, um am Ende das übermächtige Böse auszuschalten. 

Und hier kommt der Punkt, wo ich sage: Das war WIRKLICH gut. Denn besonders ab der Mitte hat es das Buch echt in sich. Es gab echt viele sau coole Kämpfe, Schneewölfe und Magie! Das hat mir richtig Spaß gemacht. Zum Ende hin zaubert die Autorin auch ein paar Überraschungen aus dem Ärmel, die ich so nicht habe kommen sehen. Das Ende war auch ein kleines Event, bei dem die Emotionen hochkochen. Ich glaube, allein wegen den vielen Entwicklungen zum Schluss der Geschichte gab es einen extra Stern. Ich überlege auch die Reihe weiterzulesen, weil ich schon begeistert von den letzten Kapiteln war. Im Gesamtbild hat es aber einfach nicht für mich gereicht und ich glaube, viele andere Leser werden sogar noch mehr Probleme mit dem Buch haben. Danielle Paige schreibt zwar sehr schön und wortgewandt, im Gegensatz zu anderen Jugendbuch Autorinnen, aber die negativ Punkte überschatten doch irgendwie alles andere. Auch war ich etwas enttäuscht, denn von Originalität fehlt hier jegliche Spur. Eine junges Mädchen. Eine Prophezeiung. Der Kampf gegen das Böse. Irgendwann hat man dieses YA-Fantasy-Rezept einfach satt.


Stealing Snow war insgesamt leider eine Enttäuschung. Die Geschichte ist wenig durchdacht, wirft viele Probleme beim Lesen auf und das Liebesquartett hier raubt einem ziemlich oft den letzten Nerv. Dennoch ist die Atmosphäre des Romans zauberhaft, die Action-Szenen genial und das Ende überraschend gut, nach der langen Durststrecke. Mal schauen, wie der Klappentext zu Band zwei ausfallen wird - Ich entscheide dann spontan, ob ich weiterlese. Wenn ihr Dorothy Must Die nicht mochtet, solltet ihr lieber die Finger von diesem Roman lassen. Für zwischendurch ist es jedoch ganz nett.


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