Donnerstag, 8. Dezember 2016

[BUCHREZENSION] Ostwind - Auf der Suche nach Morgen



Der Frühling kommt nach Kaltenbach und Ostwinds Fohlen erobert alle Herzen im Sturm. Mika und Ora sind unzertrennlich. Doch in Maria Kaltenbach, die sich im Therapiebetrieb des Gestüts nicht gebraucht fühlt, erwacht der alte Ehrgeiz. Sie sieht das große Potenzial der jungen Stute und präsentiert sie auf einer Zuchtschau. Dort passiert etwas Schreckliches: Ora verschwindet spurlos! Als die Suche nach ihr im Sand verläuft, ist Mika am Boden zerstört und kurz davor, die Hoffnung aufzugeben. Bis Tausende Kilometer entfernt, in der Wildnis Andalusiens, ein schwarzer Hengst seine Herde verlässt und auf Petros Hacienda auftaucht. Wird Ostwind nach Kaltenbach zurückkehren – und wird es Mika und ihren Freunden gelingen, Ora zu finden?

► Deutsche Originalausgabe ► Autor/in: Lea Schmidbauer  Genre: Kinderbuch ► Buchreihe: Ostwind, Band 4 ► Verlag: Alias Entertainment ► Seiten: 240 ► Hardcover - 14,99€ ► Kaufen: bei Amazon /beim Verlag



Die Ostwind-Reihe begeistert schon seit dem ersten Buch (oder Film, wenn man es genau nimmt) viele kleine und große Leser (Kinobesucher) und seitdem ich damals zufällig über den ersten Film gestolpert bin, zähle ich mich auch dazu. Ich habe mich riesig auf den vierten Band gefreut, weil die Bücher einfach so schön witzig und abenteuerlich sind - ideal also für ein paar tolle Lesestunden! Der neue Band setzt etwas nach den Ereignissen aus dem Vorgänger an. Inzwischen ist Frühling auf Kaltenbach und das Gestüt läuft dank Mika und dem neuen Konzept noch immer super. Mika vermisst Ostwind nach dem Abschied im dritten Band schrecklich, aber sein Fohlen Ora hilft ihr etwas darüber hinweg. So richtig ins Rollen kommt die Geschichte, als Mika merkt, dass es ihrer Oma nicht so gut geht. Frau Kaltenbach sehnt sich nach den "guten alten Zeiten", in denen ihr Name und Ansehen für Pferdezucht & Co ihr Leben bestimmt haben und es macht sie ziemlich traurig, dass sie nicht mehr so viel mithelfen kann wie früher. Um sie aufzuheitern beschließt Mika - eher unfreiwillig - mit Ora an einer Pferde-Show teilzunehmen und dort passiert dann ein großes Unglück - Nachdem alles zunächst super läuft, verschwindet Ora spurlos ... 

In diesem Band kommt eigentlich alles vor, was Ostwind-Fans gerne mögen. Es gibt wieder den lustigen Humor und ein paar freche Sprüche, welche die Handlung auflockern. Alle bekannten Gesichter sind dabei: Mika, Sam, Fanny, Herr Kaan ... und natürlich die vielen Pferde, die sich in die Leserherzen geschlichen haben, wie Ora und Archibald. 

Am Anfang ist das Buch etwas ruhiger und zeigt, wie das Leben nach dem Abschied von Ostwind für Mika weitergegangen ist und was sich auf Kaltenbach alles getan hat. Neben der großen Frage, ob Ostwind jemals zurückkehren wird, gibt es aber auch kleine Probleme. Mika muss Ora erziehen, Sam und Fanny haben Streit und Herr Kaans Gesundheit macht dem alten Mann zu schaffen. Ich fand es irgendwie schön zu sehen, dass Kinderbücher auch ohne das ganz große Drama auskommen, denn der Alltag hier ist gespickt vor Wortwitz und die Freundschaft von Mika, Sam und Fanny spielt eine besondere Rolle. Ich fand es auch überhaupt nicht schade, dass Milan kaum vorkommt, weil ich den ehrlich gesagt nie so mochte. Er ist in der Weltgeschichte unterwegs, um in einer Art Camp wilde Pferde zu zähmen und etwas für seine Ausbildung zu tun. 

Nach den ersten 80-100 Seiten passieren die Dinge dann Schlag auf Schlag. Ora wird entführt und Mika muss herausfinden, was genau passiert ist. Dabei laufen viele Anhaltspunkte ins Leere und die Sorge wächst ... die Art und Weise, wie diese kleine Detektivgeschichte gestrickt wurde war ziemlich spannend! Und natürlich bangt man mit Mika mit, die völlig verzweifelt ist. Es gibt immer wieder kleine Kapitel zu Sam und Ostwind auf der Hacienda in Andalusien, denn Ostwind merkt, dass zu Hause etwas nicht stimmt ...

Was ich ziemlich gut gemacht fand, war die Sache mit dem Titel. Dieser hat eine größere Bedeutung, die einem aber erst nach dem Lesen des Buches bzw. zum Ende hin klar wird und mich echt überraschen konnte. Die Sachen, die sich am Ende auftun waren allerdings nicht immer so ganz realistisch. Vieles davon kann man gut hinnehmen, weil es eben ein Kinderbuch ist, in dem es um ein Abenteuer geht, aber einige der Plotanteile waren schon etwas haarsträubend. Kinder werden das sicher nicht so hinterfragen wie Erwachsene, aber die Motive des Gegenspielers waren schon etwas abgefahren - und im echten Leben wäre man damit sofort aufgeflogen und es hätte keine richtige Gefahr bestanden. Trotzdem hat es Spaß gemacht zu verfolgen, wie Mika sich wagemutig in die Rettung Oras stürzt! 

Für mich war es auch ein Pluspunkt, dass der Roman nicht ausschließlich auf Kaltenbach spielt, sondern ähnlich wie im dritten Band öfter mal einen Szenenwechsel hat. Außerdem finde ich es toll, dass die Geschichte in Deutschland spielt und bekannte Orte darin vorkommen, die man, wenn man sich etwas mit Pferden beschäftigt auch selber kennt.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich persönlich war, dass viele Dinge zu oft wiederholt wurden. So z.B. eine gleiche Situation mit Frau Kaltenbach/Mika für unnötige Anspannung sorgt. Ich finde, Mika müsste ihre Oma inzwischen gut genug kennen, um ihr nicht immer solche Vorwürfe zu machen. Außerdem wäre etwas mehr zu Fanny/Sam ganz nett gewesen, weil Fanny sich wirklich oft mega egoistisch benommen hat und alles doch sehr schnell wieder ins Lot gekommen ist. Das obligatorische Happy End darf bei so einem Buch natürlich nicht fehlen! Alles in allem war ich nachdem Zuklappen der Buchdeckel aber zufrieden :D


Der vierte Band der Ostwind-Reihe wartet wieder mit jeder Menge Humor und einem fesselnden Abenteuer auf. Wer die anderen Bücher mochte, wird auch gerne ein weiteres Mal mit Mika auf eine Reise gehen. Pferdefans kommen voll auf ihre Kosten. Nur beim Ende sollte man vielleicht das ein oder andere Auge zudrücken :P


1 Kommentar:

  1. Die Bücher klingen ja alle richtig toll, aber ich glaube für mich wäre die ganze Pferdesache nichts mehr. Als ich klein war, habe ich "Blitz, der schwarze Hengst" (oder so ähnlich?) geliebt, aber heute? Ich weiß nicht...

    Ganz liebe Grüße

    Steffi

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