Samstag, 2. September 2017

[Short Reviews] Deacon Locke, Of Fire & Stars, This Is How It Happened




Deacon hat wenig Freunde und ist total schüchtern. Ein Date für seinen Prom zu finden erscheint ihm wie eine unüberwindbare Aufgabe. Und gerade als er seine beste Freundin einladen möchte, kommt ihm jemand zuvor. Kurzerhand beschließt er seine Großmutter einzuladen, denn diese konnte ihren eigenen Prom nie besuchen, da ihr Mann damals in den Krieg eingezogen wurde. Diese Geschichte hat mich damals vom Klappentext her so begeistert, dass ich sie unbedingt lesen wollte. Und die erste Hälfte des Buches hat mir auch genau das gegeben, was ich mir gewünscht habe. Es geht sehr humorvoll zu, Highschool Klischees werden nicht allzu ernst genommen und besonders das Thema Familie war sooo schön beschrieben. Der Zusammenhalt zwischen Deacon und Jean (Großmutter) hat mein Herz berührt und mich oft zum Schmunzeln gebracht. Der Autor hat dazu noch einen lockeren Schreibstil, der einen super schnell durchs Buch bringt. Irgendwann vor dem Prom nehmen Deacon und Jean an einem Tanzkurs teil und dort sieht Deacon dann das Mädchen, seiner Träume, welche ihn auch zu mögen scheint ...

Der Autor hat manchmal bei Kapitel eine Art "Off-Stimme", wo z.B. am Ende steht "Dachtet ihr, die Geschichte geht gut aus? Wartet ab" und an einer Stelle steht "Und Deacon bekam das Mädchen und das Buch war vorbei" in etwa ... und ehrlich, nachdem ich weiter gelesen habe, wollte ich unbedingt, dass das Buch dort ursprünglich abgeschlossen gewesen wäre. Denn was in der zweiten Hälfte des Buches folgt ist ein riesengroßes Drama um Geld und Popularität, in dem so vieles kaputt - und auch falsch - gemacht wird. Zur Erklärung: Jemand filmt den "Auftritt" von Deacon und Jean beim Prom und das Video "goes viral", wie man so sagt ... dabei war es so toll, dass alle akzeptieren, dass Deacon seine Großmutter dabei hatte. Man dadurch sogar sieht, dass Deacon von seiner Außenwelt anders wahrgenommen wird, als er sich selber sieht - ein guter Konflikt! Mir war das aber alles "too much" im zweiten Part. Da hat das Buch echt einiges an Charme eingebüßt :(

Alles in allem eine nette Geschichte, die grandios startet und sich dann ein Bein stellt und mir nichts dir nichts ganz unten ankommt. Zwar gibt es doch ein Happy End, aber das fand ich echt kitschig und nicht wirklich nachvollziehbar. Schade, schade, schade!




Dieses Buch erzählt die Geschichte zweier Prinzessinnen, die sich in einander verlieben, während sich die Hauptstory um eine Art Attentat dreht, das eine Allianz zweier Königreiche verhindern soll. So ist der Roman ein Mix aus Fantasy, denn es gibt Andeutungen von Magie, einer Liebesgeschichte und einigen Spannungselementen aufgrund Intrigen. Ich möchte der Autorin ganz hoch anrechnen, dass sie hier einen LGBT Fantasy-Roman geschrieben hat, der sich dann auch noch mit der Liebe zweier Mädchen beschäftigt, denn das ist SO selten und verdient meinen Respekt und einen großen Applaus. Trotz der coolen Premise und der recht vergnüglichen Umsetzung konnte mich das Buch aber nicht vollends von sich überzeugen und das hat mehrere Gründe. Zum einen hatte ich wirklich falsche Erwartungen an die Handlung. Ich hatte irgendwie 1) mehr Liebesgeschichte erwartet 2) mehr Abenteuer und 3) mehr Spannung und überraschende Wenden. Ich dachte, Of Fire & Stars würde mich mit auf eine Reise nehmen, aber das Setting bleibt sehr eintönig, der Plot setzt auf Ruhe, Dialoge und eine Prise Sarkasmus und Humor. Das klingt nicht schlecht, oder? Das Buch war auch nicht schlecht. Mich konnte es nur leider nicht packen.

Erst einmal fand ich die Figuren sehr stereotypisch und nicht gut zugänglich. Mare war mir vor allem ab der Mitte der unsympathisch, da sie meiner Meinung nach große Reden geschwungen hat, ohne sich mal für ihre Interessen oder die anderer einzusetzen. Denna war von Anfang an interessanter, schon allein durch ihre magische Begabung - über die wir nur sehr wenig erfahren, was ich echt schade fand. Denn die Szenen, in denen Gefühle/Magie eine Rollen spielten hatten so viel Potenzial, aber irgendwie hat sich alles beim Lesen sehr unausgereift angefühlt. Die Chemie zwischen Mare und Denna? Sorry, aber ich habe sie nicht gespürt. Für mich war das vielmehr eine nette Freundschaft und Küsse/Liebesschwüre kamen aus dem Nichts, dabei habe ich die ganze Zeit auf knisternde Momente gewartet. Dazu kommt, dass ich die Handlung sehr langatmig und gestreckt empfand. Es gibt zwar einige gute Höhepunkte, aber für mich haben diese nicht ausgereicht, um ein komplettes Buch zu tragen. An sich war diese "Königreiche wollen sich vereinen, ein Böser will es verhindern" (so in etwa) Motto in einem recht vagen Fantasy-Setting einfach schon zu oft da. 

Für mich eine nette Geschichte, die ich schnell wieder vergessen werde. 




Dieses Buch konnte mich wahrhaft überraschen und ich erzähle euch auch gleich warum. Die Geschichte klingt wie schon hundert Mal da gewesen: Ein Mädchen wacht im Krankenhaus auf, nachdem sie einen schweren Unfall hatte. Ihr Freund ist tot, ihre Erinnerungen fort und die Medien spekulieren über die Hintergründe. Der Mann, der in den Unfall involviert ist wird von den Zeitungen zerrissen. Die Lage scheint eindeutig. Ist sie aber nicht, denn wo läge sonst das Mysterium? Ich habe dieses Jahr schon zwei solcher Bücher gelesen und sie sind immer den gleichen Muster gefolgt. Der Grund, warum ich diesem Buch eine Chance geben wollte ist, dass Paula Stokes mich schon mit "Girl Against Universe" überzeugen konnte und ich persönlich sie als eine Contemporary Autorin ansehe, die etwas zu sagen hat. Sie schreibt über schwere Themen mit Verstand und Humor. Und hier war das keine Ausnahme. 

In dem Roman geht es vor allem um die Faszination "Medien", inspiriert durch wahre Geschichten von Menschen, die durch die lächerlichsten Zwischenfälle durch den Medien Zirkus fast bis zum Selbstmord getrieben wurden, hat die Autorin hier eine Story erzählt, die zeigt, dass wir alle innehalten und nachdenken sollten. Das Worte macht haben und Meinungsfreiheit nicht durch Zensur unterdrückt werden sollte, Meinungsfreiheit jedoch genauso wenig bedeutet, privilegierter zu sein als andere oder über ihnen zu stehen. Die Protagonistin Genevieve, Spitzname "Jen" wird Opfer eines solchen Medien Rummels. Sie erhält ihre Erinnerungen übrigens recht schnell zurück. Um Ruhe vor allem zu haben verbringt sie eine Zeit bei ihrem Vater, dessen neue Frau bei einer Art Naturpark arbeitet. Dort findet Jen wieder zu sich selbst, kämpft mit ihrem Gewissen aufgrund moralischer Entscheidungen und lernt sogar einen Jungen kennen, dem sie sich anvertraut. Das Buch hat zwar eine Liebesgeschichte ist aber keine. Es geht um sehr viel mehr. 

Typisch für eine Contemporary Geschichte gibt es Freunde, Familie und innere Konflikte, süße Szenen, lustige Dialoge, aber auch einen enormen Anteil Tiefgang. Durch die Berichte, Kommentare und Chats im Roman erhält man Einblicke in das Geschehen außerhalb von Jens Reichweite und dem Leser wird schnell bewusst, wie falsch und krank das Verhalten der Menschen online sein kann. Und Jen ist in dieser Hinsicht wirklich nicht frei von Schuld. Das Bewundernswerte ist jedoch, dass ich sie trotzdem verstehen konnte. Die Autorin wunderbar gezeigt hat, wie schwer es ist die Wahrheit zu sagen, wenn man dadurch alles verlieren kann - und damit meine ich wirklich alles. Ein ganzes Leben. 

Besonders das Nachwort zum Buch hat mir eine Gänsehaut verursacht. 

Wunderbare Contemporary Geschichte, die anders ist als erwartet. Die ein wichtiges Thema bespricht und alle Seiten durchleuchtet, zum Nachdenken anregt und nebenbei auch noch witzig und süß sein kann. Danke, Paula Stokes! 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dankeschön, dass du so lieb bist und Feedback, deine Meinung oder Anregungen hinterlässt! :D