Montag, 9. Oktober 2017

[Beendet] Wonder Woman - Warbringer von Leigh Bardugo


Nach dem Film Erfolg kommt jetzt ein Jugendbuch zur beliebten Superheldin...



Diana longs to prove herself to her legendary warrior sisters. But when the opportunity finally comes, she throws away her chance at glory and breaks Amazon law—risking exile—to save a mere mortal. Even worse, Alia Keralis is no ordinary girl and with this single brave act, Diana may have doomed the world.
 
Alia just wanted to escape her overprotective brother with a semester at sea. She doesn't know she is being hunted. When a bomb detonates aboard her ship, Alia is rescued by a mysterious girl of extraordinary strength and forced to confront a horrible truth: Alia is a Warbringer—a direct descendant of the infamous Helen of Troy, fated to bring about an age of bloodshed and misery.

 Together, Diana and Alia will face an army of enemies—mortal and divine—determined to either destroy or possess the Warbringer. If they have any hope of saving both their worlds, they will have to stand side by side against the tide of war. - Klappentext 



Gebundene Ausgabe 12,99€ - 364 Seiten - Random House



Leigh Bardugo ist eine meiner liebsten Autorinnen und den Wonder Woman Film mit Gal Gadot fand ich große Klasse – da stand für mich fest, dass ich diesen Roman eigentlich nur gut finden kann. Nachdem Lesen bin ich aber doch irgendwie enttäuscht, denn der „Funke“ wollte hier für mich nicht ganz überspringen und ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Warbringer Leigh Bardugos schwächstes Buch ist – zumindest in meinen Augen.

Die Geschichte handelt von der jungen Alia, die aus einer reichen und bekannten Familie stammt, deren Blutlinie mit mythologischen Einflüssen verbunden ist und in der Story dafür sorgen, dass Alia eine Nachkommin von Helena von Troja ist – ein Warbringer, also eine „Kriegsbringerin“. Am Anfang des Romans passiert ein Schiffsunglück und Diana rettet Alia das Leben. So finden diese beiden Figuren im den ersten Kapiteln zusammen. Um Alias Kräfte als Warbringer zu neutralisieren und dem Ganzen ein Ende zu bereiten müssen die Figuren zu einer magischen Quelle reisen, damit niemand sich die Kräfte des Warbringers zunutze machen kann oder gar ein Krieg ausbricht.

Uff, ich weiß nicht recht, wo ich anfangen soll. Erstmal fand ich den Schreibstil wirklich sehr plump und wenig schön. Es war als würde die Autorin einfach nur das Wichtigste erzählen, ohne Beschreibungen und Atmosphäre. Ich bin so viel Besseres von Leigh Bardugo gewohnt. Dazu kommt, dass es mir schien als würde man explizit daraufsetzen, dass man den DC Film kennt. Es gibt wenig Erklärungen zu Diana, den Amazonen oder der Mytholgie – und wer den Film kennt wird hier auch nichts Neues erfahren. Sehr, sehr schade!

Die Charaktere kamen mir alle leider sehr blass vor. Diana ist eben diese wunderschöne Krieger-Prinzessin, mit gutem Herzen, die selbstlos Alia und ihren Freunden hilft, um die Welt zu retten … sie hat hier zwar einige Momente, in denen sie glänzen konnte – besonders in Kämpfen – aber ich fand es einfach nicht so gut gelöst, wie ihr Charakter als dieser populäre Stereotyp beschrieben wurde, zumal es mir echt schwer fiel einzuordnen zu welcher Zeit bzw. in welchem Alter wie hier „unsere Diana“ kennenlernen. Ich mochte es sehr gerne, dass die Autorin hier Figuren mit verschiedenen ethnischen Hintergründen und Sexualität hatte. Das Buch ist sehr stark auf „Diversität“ getrimmt und überzeugt in dieser Hinsicht auch. Alia selbst wird als mutig beschrieben, davon habe ich das Buch über aber nichts gemerkt. Ihre Freunde Nim und Theo waren ganz witzig mit ihren Dialogen, aber den Sinn ihrer Anwesenheit habe ich nicht verstanden. Ich will nicht behaupten, dass sie nutzlos waren, aber eine richtige Rolle gespielt haben sie hier nicht. Die Reise hätte sehr gut ohne die beiden stattfinden können. Alias Bruder Jason war mir ganz sympathisch – diese Wende mit ihm am Ende fand ich allerdings total an den Haaren herbeigezogen und hat sich der Logik halber auch mit vielen Erklärungen innerhalb des Romans nicht ganz so gut zusammenfügen lassen.

Allgemein fehlten mir in diesem Roman die EMOTIONEN. Das Schiff verunglückt, Menschen sterben, Kämpfe, Verletzungen, Explosionen … hier passieren schon einige spannende Dinge, die gleichzeitig sehr schrecklich sind und Leben kosten. Aber alles wird irgendwie abgetan – nicht mal an die Beerdigung ihrer Freunde vom Schiff am Anfang denkt Alia. Alles Schlimme wird irgendwie als nebensächlich abgetan, denn es ist ja schließlich ein Wendepunkt und ach so cool … mir kam es oftmals vor, als würde ich hier eher Teenie-Drama lesen, statt einer Action-Superhelden-Geschichte – von diesem Part kam mir persönlich auch viel zu wenig im gesamtem Buch vor!

Stattdessen wird z.B. am Anfang nach dem Schiffsunglück erstmal ein schönes Kleid angezogen und auf eine Party gegangen. Überhaupt gab es soooooooo viele Szenen, die für mich wenig Sinn gemacht haben. Die Handlung war so sprunghaft und selbst nach 250 Seiten immer noch keine Quelle in Sicht. Aber Hauptsache es wird noch schnell besprochen, wer gut aussieht und wer in wen verknallt ist. Diese mega awkward Lovestory zwischen Diana und Jason war auch ohne Worte. Und es gab auch jede Menge Konflikte, die einfach mitten im Raum stehen gelassen worden. Die ganze Sache mit Alias Eltern, mit Alia/Theo und auch am Ende mit der Firma/dem Labor und den Forschungszeugs …

Ebenfalls merkwürdig fand ich, wie Dianas Leben eingeflochten wurde. Am Anfang werden einem sehr viele Figuren von der Insel vorgestellt, mit denen man kaum was anfangen kann. Namen werden lieblos erwähnt – ohne, dass man sieht, welchen Bezug Diana zu diesen Amazonen hat. Hier wurde wirklich mehr gesagt, statt aktiv in der Handlung gezeigt und das empfand ich beim Lesen als eher dröge und langweilig. Das Ende des Buches ist auch sehr schnell abgehandelt, der Abschied der neu gewonnenen Freund wenig herzlich.


Ja, ich bin echt enttäuscht. Ich hatte eine cooles, unterhaltsames Popcorn-Kino in Romanform erwartet und irgendwie ein halbherziges Jugendbuch bekommen, wo Amazonen-like mal ein Schwert geschwungen wird, die Story aber nicht ganz rund läuft, der Plot eher vor sich her plätschert und statt echten Gefühlen nur Gerede von guten Aussehen und Verliebtheit aufkommen. Lest am besten mal in die Leseprobe rein und entscheidet, ob das Buch was für euch ist. Wenn ich mich entscheiden müsste würde ich es nicht unbedingt empfehlen. Es sei denn ihr seid absolute Wonder Woman Fangirls. 


 Ich vergebe insgesamt 5 von 10 Punkten.

1 Kommentar:

  1. Danke für die Info ! Bin eigentlich ein Fan vom Film, aber das Buch hört sich ja echt nicht toll an. Schade ! :(
    Liebe Grüße
    Joel von Büchervergleich.org

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