2. Januar 2018

[Beendet] All the Crooked Saints von Maggie Stiefvater


Taschenbuch 9,99€ | Scholastic | 311 Seiten | KAUFEN
Here is a thing everyone wants: A miracle. Here is a thing everyone fears: What it takes to get one. Any visitor to Bicho Raro, Colorado is likely to find a landscape of dark saints, forbidden love, scientific dreams, miracle-mad owls, estranged affections, one or two orphans, and a sky full of watchful desert stars. At the heart of this place you will find the Soria family, who all have the ability to perform unusual miracles. And at the heart of this family are three cousins longing to change its future: Beatriz, the girl without feelings, who wants only to be free to examine her thoughts; Daniel, the Saint of Bicho Raro, who performs miracles for everyone but himself; and Joaquin, who spends his nights running a renegade radio station under the name Diablo Diablo. They are all looking for a miracle. But the miracles of Bicho Raro are never quite what you expect. 

- Klappentext, via Scholastic


Von Maggie Stiefvaters Romanen war ich (mit wenigen Ausnahmen) eigentlich immer recht begeistert. Die Autorin hat einen schönen und atmosphärischen Schreibstil und ihre Ideen haben stets originelle Elemente. Für mich persönlich ist "All The Crooked Saints" allerdings ihr schlechtestes Buch und ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass der rote Faden des Romans gar nicht besteht. Ich finde, ein Buch sollte immer einen Anfang und ein Ziel haben, den dieser verfolgt. Die Figuren müssten an diesem Ende an einer anderen Position sein, als zu Beginn - hier war davon meines Erachtens nichts der Fall. Das ist natürlich Betrachtungsweise und ich möchte niemanden das Buch mies reden, der es innig liebt, aber ich war enttäuscht - und das ist noch nett formuliert.

Warum ich All The Crooked Saints nicht empfehlen würde:

1) Das Genre "Magic Realism" behält es sich vor, dem Leser nicht immer alles zu erklären. Manche Dinge sind eben einfach magisch - was ich auch akzeptieren kann - hier jedoch wird GAR NICHTS erklärt. Angefangen von der Art der Fähigkeiten, bis hin zu den Wundern, über die Beziehungen der Charaktere untereinander und ihren Motiven. Mich hat es extrem gestört, dass die Charaktere ... naja, einfach da sind. Sie existieren in dieser Story, reden, bewegen sich, aber mehr ist da nicht. Ich konnte sie alle kaum voneinander unterscheiden, weil sie überhaupt keine Eigenschaften/Persönlichkeiten hatten.

2) Die Idee mit den Menschen, die Wunder vollbringen und dadurch eine Art Düsternis in sich hervorrufen, fand ich ziemlich interessant. Doch von diesen sogenannten "Wundern" erlebt man innerhalb des Romans kaum was. Man sieht wieder richtig wie eines gewirkt wird, noch wie dies von statten geht oder welche Auswirkungen diese haben. Wozu so ein spannendes Thema aufschlagen, wenn es dann nicht auch genutzt wird?

3) Auch Liebesgeschichten sind in diesem Buch vorhanden und die waren super seltsam. Zum einen setzt die Autorin den Leser hier vor vollendete Tatsachen, mit X liebt Y, ohne Begründung oder eine Hintergrund Geschichte, was mich emotional so gar nicht gepackt hat und zum anderen findet hier eine seltsame Anbahnung zwischen Beatrice und einem der Pilgerer statt, die sich über gefühlt zwei Seiten bewegt und dann schon zu großen Gefühlen ausartet. Dabei macht Stiefvater es normalerweise genau anders herum, gibt ihren Figuren (zu viel) Raum zum Herantasten und sich Verlieben.

4) Der nicht vorhandene Plot war auch so eine Sache. Das Buch hat über 300 Seiten, aber die Handlung lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen. Einer der drei Cousins (Daniel) verschwindet in der Wüste, nachdem etwas schief läuft. Niemand sucht nach ihm, weil er einen Brief schreibt, in dem er darum bittet allein gelassen zu werden. Okay? Meiner Meinung nach wurde doch schnell klar, dass Daniel eine Art Problem hat, vielleicht Depressionen oder etwas anderes, aber es war nahezu unverantwortlich ihn praktisch da draußen krepieren zu lassen, nur, weil er darum bittet. Erst, als seine Geliebte seine Familie animiert, sind sie so gnädig doch mal nach ihm zu suchen ... alles klar. Überhaupt hatte der Plot nichts außer sinnlosem Herumirren und langweiligen Dialogen zu bieten.

5) Diablo Diablo ist der Radiosender von Joaquin, denn der Roman spielt in einer Kleinstadt in der Wüste und dort leben unter anderen auch Menschen, mit hispanoamerikanischer Abstammung, mit geschichtlicher Verbindung zu Spanien. Es war absolut unmöglich genau zu zuordnen, was die Autorin damit eigentlich bezwecken wollte. Ich konnte nicht herausfiltern, um welche Ethnien und Kulturen es sich hier handelt und ich möchte auch nicht sagen, dass die Autorin hier ein problematisches Fass geöffnet hat, aber durch die wenigen Informationen zu diesen "diversen Elementen" der Story, habe ich schon den Eindruck gewonnen, dass sie keine Ahnung hat, wovon sie schreibt. Ich finde, da sollte man immer etwas vorsichtig sein, weil man sonst jemanden auf den Schlips tritt.


All The Crooked Saints war eine meiner größten Enttäuschungen 2017. Die Geschichte ist dröge, uninteressant und nicht sonderlich gut ausgearbeitet. Sogar Stiefvaters lyrischer Stil las sich hier eher wie die Aneinanderreihung sinnloser Metaphern, um der Poesie Willen. Ich würde euch raten zu einem anderen Roman zu greifen oder auf Neues von der Autorin zu warten. Die Autorin hat definitiv bessere Romane auf dem Markt. 

Von mir gibt es ...
... von 10 Punkten! 

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