Mittwoch, 21. Juni 2017

[Short Reviews] The Upside of Unrequited & Cheesus Was Here




INFOS & INHALT - *KLICK*

Endlich, ein neues Buch von Becky Albertalli! Was habe ich mich gefreut, in ihre neue Geschichte abzutauchen. Ich muss aber gleich vorweg sagen, dass ich besonders im Vergleich zu Simon doch etwas enttäuscht war. Es gab mehrere Aspekte, die mir nicht so gut gefallen und dadurch die Wertung beeinflusst haben. Bei Simon VS Molly, würde Molly leider haushoch verlieren. Von der Handlung her finde ich den Titel auch ziemlich irreführend, denn Molly verliebt sich recht schnell und bekommt dann nie den Mund auf. Ist Liebe also dramatisch einseitig, wenn andere nicht mal die Chance haben, was dazu zu sagen? Darüber lässt sich sicher gut streiten. Allgemein fand ich Molly als Protagonistin sehr sympathisch. Sie ist leicht übergewichtig, schüchtern und ein kleiner Nerd. Ich habe sehr gut mit ihr mitfühlen können und fand ihre Gedanken auch nachvollziehbar.

Ganz anders sah es bei dem üblichen Ensemble an Figuren aus. Besonders Mollys Schwester Cassie fand ich schrecklich. Sie hat mich immer wieder zur Weißglut getrieben, weil sie so egoistisch war. Ständig wertet sie über andere Menschen und findet sich selbst dabei ach so cool. Leider waren auch viele der Nebencharaktere zu oberflächlich gehalten. Das wohl größte Problem, das ich mit dem Buch hatte war zusammenfassend sowieso die Oberflächlichkeit. Die Autorin hat sich bemüht Unmengen an Themen in eine Geschichte zu passen, was meiner Meinung nach aber nach hinten losging. Molly und ihre Geschwister sind so z.B. entweder durch Samenspender und Adoption entstanden, Übergewicht, Depressionen, LGBT + Themen und vieles mehr wurde hier angeschnitten - und das sage ich bewusst, denn ich finde, hier wurde nichts zufriedenstellend auch zu Ende geführt.

Dabei kann die Autorin es so viel besser, das hat sie in "Simon" bewiesen. Ein weiteres Problem, was ich mit dem Buch hatte: Ich fand es stellenweise echt vulgär. Ich mag es total gerne, wenn in Jugendbüchern offen über Sex & Co gesprochen wird und bin da auch gar nicht prüde, aber hier waren die Dialoge und Gespräche meistens etwas übertrieben auf Teenager-cool gemacht. Vielleicht bin ich auch zu alt oder so, aber ich finde man kann Offenheit auch in einer netten Form zeigen und muss nicht wie ein Großkotz irgendwelche Wörter durch die Gegend posaunen und dann hinterher noch drüber lachen. 

ABER trotz meinen recht großen Kritikpunken mochte ich das Buch. Molly und Reid waren zwei tolle Figuren, deren Liebesgeschichte ich super süß fand und die mein Nerd-Herz berühren konnte. Den unverwechselbaren Becky Albertalli Humor findet man in diesem Buch auch an jeder Ecke und insgesamt war die lockere Stimmung richtig klasse. Die Darstellung von Familie, Zusammenhalt und Gedanken zum Erwachsen werden gefielen mir auch sehr gut. Zwar nicht Coming Of Age at its best, aber nah dran. 




INFOS & INHALT - *KLICK*


Lest dieses Buch! Es war so witzig und hatte eine schöne Botschaft. Cheesus Was Here ist mir bei Goodreads ins Auge gesprungen und nachdem Lesen der Beschreibung war mir klar, dass ich das Buch SOFORT haben musste. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte dreht sich um die 17-jährige Delaney, die seit dem Tod ihrer jüngeren Schwester ihren Glauben an Gott in Frage stellt. Doch dann wird in dem Supermarkt, in dem sie arbeitet in einem Babybel das Gesicht von Baby Jesus entdeckt und ihre Kleinstadt ist plötzlich außer Rand und Band: Hier geschehen wahre Wunder! Behaupten zumindest die Einwohner und Delaney beschließt ihnen zu beweisen, dass sie damit falsch liegen. 

Erstmal soll gesagt sein, dass dieses Buch keineswegs so religiös ist, wie es klingt. Religion wird einem von der Autorin nicht aufgezwungen oder übermäßig groß in die Handlung eingebunden. Eher das Gegenteil. Auf eine sehr angenehme Art wird zum Nachdenken angeregt, was Glaube und Religion betrifft. Ich selber bin nicht der gläubigste Mensch, fand es aber großartig, wie hier verschiedene Themen durchleuchtet werden - von beiden Seiten. denn für Delaneys besten Freund ist es selbstverständlich an Gott zu glauben, sein Vater arbeitet sogar in der Kirche. Es gab so viele schöne Gedanken in diesem Buch, die mich berührt haben, die etwas in mir in Bewegung gesetzt haben ... natürlich steht mit der "Baby Cheesus" Idee auch der Aspekt im Vordergrund wie verrückt Religion manche macht.

Das Buch ist hauptsächlich aber eines: Witzig. Der Schreibstil ist der Knüller, Delaney ist eine pfiffige, urkomische Protaginistin und die Dialoge zwischen ihr und den anderen Figuren habe ich mega gefeiert. Ich habe so oft beim Lesen gelacht und geschmunzelt. Das hätte ich anfangs bei der teils etwas traurigen Thematik gar nicht gedacht. Die Autorin hat auf wunderbare Weise gezeigt, dass das Leben eben alles ist: Die guten Zeiten, die schlechten und alles dazwischen. Es gab Momente, da wollte ich mitweinen und wieder andere, in denen ich mir den Bauch vor Lachen halten musste.

Die Freundschaft zwischen Delaney und Gabe war auch so ein Aspekt, den ich toll fand. Die beiden verbindet so viel und als Vielleser weiß man schon wie es am Ende ausgeht, aber das war auch genau das, was ich wollte. Die Liebesgeschichte ist nämlich sehr dezent, ebenfalls an einigen Stellen sehr humorvoll und war echt was fürs Herz. Teilweise hat mich das Buch auch an "einfach zu haben" erinnert, einen Film, den ich abgöttisch liebe und da wusste ich, dass ich dieses Buch nur toll finden kann. Das Ende war die einzige Sache, die mir nicht so zu 100% gefiel. Es ging mir alles etwas zu schnell und ich hätte es schöner gefunden, wenn wir ein paar Kapitel mehr zum Ausklingen gehabt hätten. 


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